Theologe und Philologe, Schleiermacherhörer in Halle, dort auch Schüler von Friedrich August Wolf, 1808 Lehrer in Weimar, 1812 Direktor des Gymnasiums Hanau, 1813 Oberschulrat im Großherzogtum Frankfurt, 1816 Konsistorial- und Schulrat in Koblenz, seit 1818 im Kultusministerium in Berlin, 1852 wirklicher Geheimer Regierungsrat in Berlin, bekannt u.a. mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Korrespondenz u.a. mit K. Hegel, August Boeckh, August Wilhelm Schlegel

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Der in Dömitz an der Elbe geborene Johannes Schulze studierte evangelische Theologie und Philologie in Halle, u.a. bei Friedrich August Wolf und Schleiermacher. Nach der Schließung der Hallenser Universität 1806 durch Napoleon zog Schulze zunächst nach Berlin, setzte sein Studium jedoch in Leipzig fort, wo er 1807 promoviert wurde. Nach einer kurzen Anstellung als Hauslehrer in Schlesien fand er 1808 eine Anstellung am Wilhelm-Ernst-Gymnasium in Weimar und verfolgte eine Karriere im Schulwesen unter wechselnden Landesherren: 1812 wurde er Direktor des Großherzoglichen Gymnasiums in Hanau, 1813 Oberschulrat des Großherzogtums Frankfurt, 1816 wechselte er als Konsistorial- und Schulrat nach Koblenz in den Preußischen Dienst, um schließlich 1818 mit dem Titel des Geheimen Oberregierungsrats unter Karl vom Stein zum Altenstein ins Kultusministerium nach Berlin berufen zu werden, wo er bis zu seinem Ruhestand 1858 tätig blieb, ab 1852 unter dem Titel eines Wirklichen Geheimen Oberregierungsrates.

Zu Schleiermacher, in dem er seinen „zweiten Vater verehre“ Vgl. Brief 3140, 5 f., KGA V/11. [Schließen], suchte Schulze ein freundschaftliches Verhältnis und stand auch mit Freunden und Bekannten Schleiermachers wie Alexander von Marwitz, August Varnhagen, August Boeckh und August Wilhelm Schlegel in Kontakt. Eine enge freundschaftliche Bindung und geistige Nähe verband Schulze jedoch seit 1819 mit Hegel, dessen Abendvorlesungen er besuchte und der ihm immer wieder auch als Berater in kulturpolitischen Fragen zur Seite stand. Nach Hegels Tod trat Schulze auch als Mitherausgeber der Hegelschen Werke hervor.

Ein brieflicher Kontakt mit Schleiermacher bestand zwischen 1809 und 1825. Für den Zeitraum 1808–1810 sind sechs Briefe zu verzeichnen, unter denen drei von Schulze erschlossen werden können. Unter den drei erhaltenen Briefmanuskripten findet sich eines von Schleiermacher (bereits mehrfach gedruckt) und zwei von Schulze (in der KGA erstmals veröffentlicht).

Korrespondenz

No. Datum Korrespondenz Ort
3140 13.03.1809 Von Johannes Karl Hartwig Schulze
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Weimar
3372 04.12.1809 Von Johannes Karl Hartwig Schulze
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Weimar
3388 nicht vor 14.01.1810, nicht nach 21.01.1810 Von Johannes Karl Hartwig Schulze
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Weimar
3402 26.02.1810 – 10.03.1810 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Johannes Karl Hartwig Schulze
Berlin
3427 nicht vor 11.03.1810, nicht nach 30.09.1810 Von Johannes Karl Hartwig Schulze
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Weimar
3518 nicht vor 11.03.1810, nicht nach 30.09.1810 Von Johannes Karl Hartwig Schulze
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Weimar

Erwähnungen in Erläuterungen

No. Datum Korrespondenz Ort
3155 nicht vor 14.03.1809, nicht nach 17.03.1809 Von Johanna Steffens
An Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Halle an der Saale