preußischer General und Militärreformer

Mehr über Scharnhorst, Gerhard von

Der spätere Preußische Generalleutnant Scharnhorst ist in Bordenau im heutigen Niedersachsen gebürtig und besuchte bereits mit acht Jahren die Militärschule auf dem Wilhelmstein. Scharnhorst interessierte sich für militärische Fachliteratur und verfasste selbst Berichte über den Zustand des Militärs. Seine Reformvorschläge für das Militär in Hannover blieben ungehört, und Scharnhorst wechselte zur preußischen Armee, auch hier u.a. in der Funktion eines Ausbilders, nämlich als Direktor der Lehranstalt für junge Infanterie- und Kavallerieoffiziere. Seine Reformideen, die er als Lehrer und in Form von Denkschriften vertrat und die er als Teil umfassender sozialer und gesellschaftlicher Reformen verstand, konnte Scharnhorst nach dem Frieden von Tilsit auch organisatorisch umsetzen: Zum Kriegsminister und zugleich zum Chef des Generalstabes sowie zum Vorsitzenden der Militär-Reorganisationskommission ernannt, führte er Qualifikationsvoraussetzungen für Offiziere ein, verbesserte die Ausbildungsbedingungen und -standards für Soldaten, schaffte das Werbesystem und die Prügelstrafe ab und transformierte das Söldnerherr in ein Volksheer. Scharnhorst wurde 1813 in der Schlacht bei Großgörschen verwundet und starb an den Folgen der Schussverletzung.

Schleiermacher macht während seiner Reise nach Königsberg in geheimer politischer Mission im August und September 1808 die persönliche Bekanntschaft mit Scharnhorst, Vgl. dazu Schleiermachers Bericht über diese Reise an seinen Freund Brinckmann vom 11.2.1809, Brief 3075, 21 ff., KGA V/11: „Viel alte Freunde und Bekannte habe ich dort wiedergesehn, nur mit Stägemans leider nicht viel gelebt, aber Steins des herrlichen Mannes ziemlich genaue Bekanntschaft gemacht, auch Gneisenaus und Scharnhorsts, die Königin gesprochen und vor allem Prinzeß Wilhelm kennen gelernt die ich für eine der ersten und herrlichsten deutschen Frauen halte.“ [Schließen] den er, den Einträgen in seinem Tageskalender nach zu urteilen, während seines Königsberger Aufenthaltes mindestens sechs Mal persönlich traf. Dass diese Begegnungen durchaus aus intensiven Gesprächen bestanden, macht ein Brief Schleiermachers an seine Schwester Anne (Nanny) vom 9.9.1808 deutlich, vgl. Brief 2824, 21 ff., KGA V/10: „Viel mache ich mir ohnedies nicht aus dieser Ehre denn es führt zu nichts und verdirbt mir den Vormittag der vielleicht der einzige bequeme war um noch einmal recht gründlich den General Scharnhorst zu sprechen. Theils weil dies nothwendig noch geschehen muß, theils weil ich noch auf Nachricht warte ob ich etwa als Courier oder auf eine vortheilhafte Weise mit einem Courier gehen kann habe ich den Tag meiner Abreise noch nicht genau bestimmen können.“  [Schließen]

Es ist lediglich ein Brief von Scharnhorst an Schleiermacher aus dem Jahr 1813 überliefert, der im Schleiermacher-Nachlass aufbewahrt und im vierten Band von Schleiermachers Briefen veröffentlicht ist. Für den Zeitraum 1808–1810 konnte ein Brief Schleiermachers an Scharnhorst für Mitte Februar 1809 erschlossen werden.

Korrespondenz

No. Datum Korrespondenz Ort
3081 14.02.1809 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Gerhard Johann David von Scharnhorst
Berlin

Erwähnungen in Briefen

No. Datum Korrespondenz Ort
2810 30.08.1808 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Georg Andreas Reimer
Königsberg
2824 09.09.1808 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Anne (Nanny) Maria Louise Schleiermacher
Königsberg
2842 20.09.1808 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Georg Andreas Reimer
Königsberg
3075 11.02.1809 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Carl Gustav von Brinckmann (schwed. Brinkman)
Berlin