Lehrer und Konsistorialrat in Berlin

Mehr über Nolte, Johann Wilhelm Heinrich

Johann Wilhelm Nolte studierte 1785–1788 Theologie in Halle bei Nösselt, Knapp und Niemeyer und ging dann nach einem Dienst als Sekretär 1791 ins Schulfach. Zunächst als Realschullehrer angestellt, arbeitete er ab 1797 auch an der Pepinière, einem Weiterbildungszentrum für Militärärzte, wo er Geschichte, Geographie und Deutsch unterrichtete (hier zählte Karl August Varnhagen zu seinen Schülern) Vgl. Varnhagen van Ense, Denkwürdigkeiten, Bd. 1, 1987, S. 218.  [Schließen] und wurde 1798 Professor am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin. 1804 löste er Friedrich Gedike (1754–1803) in der Zentralbehörde für das Unterrichtswesen ab und war seit 1805 Oberkonsistorial- und Schulrat und der zuständige Regierungsvertreter der theologischen Fakultät im Vorfeld der Universitätsgründung. Ab 1809 trat Nolte in der Schulabteilung der Potsdamer Regierung an und war ab 1816 Rat im Konsistorium Brandenburg. Vgl. Lenz, Geschichte der Universität Berlin, 1. Teil, 1910, S. 81.  [Schließen] Als Philologe verfasste er u.a. Handbücher zur französischen Sprache und Literatur und zur englischen Sprache und Literatur, die bei Nauck in Berlin erschienen.

Nolte gehörte – anders als Schleiermacher – zu denjenigen Professoren, von denen der Kabinettschef Friedrich Wilhelms III., Beyme, 1807 ein schriftliches Gutachten über Form und Struktur der Universität im Vorfeld der Universitätsgründung anforderte. Vgl. „Historische Einführung“, in: KGA I/6, S. XV. [Schließen] Schleiermacher, der von den Anfragen an seine Hallenser und Berliner Kollegen wusste, fertigte seine Universitätsschrift unaufgefordert an und brachte sie im Frühjahr 1808 im Realschulverlag heraus. In seinem Schreiben an Nolte vom Januar 1808, offenbar im Anschluss an ein Gespräch über die Universitätsgründung, drängt Schleiermacher noch einmal auf eilige Umsetzung der Universitätsplanung in Form einer offiziellen Ankündigung und ausstehenden Berufungen. Aus dem letzten Satz könnte man heraushören, dass Schleiermacher die Besetzung Noltes in seiner beratenden Funktion für nicht besonders gelungen hielt: „Sie sind der Agent in dieser interessanten Angelegenheit, und es sollte mir leid thun, wenn hinten nach vielleicht sehr unverschuldet Ihnen von Mangen der Vorwurf gemacht würde, daß Sie zwar eine Menge vortreflicher Rathschläge für Details gegeben hätten die auch späterhin noch Zeit gewesen wäre zu besprechen, dagegen aber versäumt die so sehr entfernten Stifter und Oberen zur rechten Zeit auf dasjenige aufmerksam zu machen was im Augenblikk geschehen mußte.“ Brief 2602, 99–106, KGA V/10. [Schließen]

Das Briefmanuskript wird in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt und wurde in der KGA V erstmals vollständig publiziert.

Korrespondenz

No. Datum Korrespondenz Ort
2602 03.01.1808 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Johann Wilhelm Heinrich Nolte
Berlin

Erwähnungen in Briefen

No. Datum Korrespondenz Ort
2756 27.06.1808 Von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
An Georg Andreas Reimer
Götemitz