27. March 1802

Gegenüber Ehrenfried von Willich äußert Schleiermacher, es werde wohl noch anderthalb Jahre dauern, bis Eleonore Grunow mit ihm verbunden sein werde.Vgl. Brief 1194, 21–28 [Schließen] Schleiermacher bietet G. E. A. Mehmel an, Schlegels „Alarcos“ und Novalis' „Heinrich von Ofterdingen“ für die Erlanger „Litteratur-Zeitung“ zu rezensieren.Vgl. Brief *1195; beide Rezensionen kamen nicht zustande [Schließen]

27. March 1805

Schleiermacher berichtet an Henriette Herz, er hoffe, die Ausarbeitung zur Tugendlehre seiner Ethik noch in der laufenden Woche vollenden und nach Berlin schicken zu können; von der Pflichtenlehre habe er noch gar nichts zu Papier gebracht. Aus dem Brief ist zu schließen, dass eine (nicht überlieferte) Ausarbeitung zur Güterlehre im Zusammenhang mit der Ethik-Vorlesung 1804/05 bereits im Berliner Freundeskreis kursierte.Vgl. Brief 1941, 57–60. – Auch eine Ausarbeitung zur Pflichtenlehre ist nicht überliefert; die Tugendlehre ist gedruckt in Schleiermacher: Werke, Bd. 2, S. 33–74 [Schließen]

27. March 1806

Schleiermacher schließt sein Ethik-Kolleg.Vgl. Arndt und Virmond: Schleiermachers Briefwechsel, S. 301 [Schließen]

27. March 1807

Predigt Schleiermachers über Joh. 12, 24.Vgl. Müller: Briefe von der Universität, S. 363: „Das Muster aller Bildung und alles Umgangs bleibt aber Schleiermacher, und ihn habe ich mehr als je gesehen. Den gestrigen Tag hat er verherrlicht durch eine Predigt, deren unendliche Herrlichkeit gar nicht mehr durch Worte bezeichnet werden kann, wenn man nicht wieder über sie eine andere halten wollte. Er sprach von der Herrlichkeit des Todes, wie aus ihm nur ein wahres ungetrübtes Leben quillen könne, wie alles, was ein Mensch gestaltet habe und geschaffen, nur erst rein und ungetrübt bestehen könne, wenn er sich durch sein Hinscheiden dafür verbürgt habe, mit dem alles Verkennen aufhört; da keinem eine reine Absicht, und sei sie auch noch so wenig herausgekommen, und sei sie auch noch so sehr in der Gegenwart entstellt, verloren gehen kann, sondern irgendwo, wird sie in ein treues Gemüth aufgenommen werden, und wenn dies aus der lebendigen Erinnerung sich vernehmen läßt, so wird die nichtige Gegenrede verstummen müssen, denn Sterben ist der Gehalt mit einem Siegel bezeichnet, und was sterblich an der Erscheinung gewesen ist, das wird sich in die Welt verlieren, und sich mit den anderen Körpern der Erde vermischen. Sein Text war das bekannte Bild Johannis, daß das Korn um zu keimen und wieder Frucht zu tragen erst in die Erde fallen müsse. Doch die Beschreibung dieser Predigt giebt ein gar zu unvollkommenes Bild; ich kann Dir daher nur versichern, daß jeder, der nicht so kalt und steinern dort stand, wie die Pfeiler, die das Gewölbe tragen, alles Menschliche in sich hat aufregen lassen müssen durch den herrlichen Gebrauch der Worte und ihren tiefen mächtigen Sinn. Den Abend versammelten sich seine Jünger bei ihm − denn Freitags ist er nie ohne sie − und in Scherz und in würdigen Gesprächen verfloß die Mitternacht.“ [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1811, erarbeitet von Sarah Schmidt und Holden Kelm. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S1120194

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