Ostern 1786

Schleiermachers Bruder Carl wird Lehrling beim Nieskyer Apotheker.

April bis Oktober 1790

Aufenthalt in Berlin anläßlich des ersten theologischen Examens. Das Examen selbst, d. h. Klausuren und mündliche Prüfungen, besteht Schleiermacher Anfang Juni 1790. Während seines Berliner Aufenthalts schreibt Schleiermacher, angeregt durch den persönlichen Umgang mit Gustav von Brinckmann, Briefe „An Cecilie“.

Anfang April 1799

Schleiermacher studiert für seine geplante Stellungnahme die rechtliche Stellung der Juden in Preußen.Vgl. Brief 616, 7–10 [Schließen] – In einem Brief an den Onkel S. Ε. T. Stubenrauch beklagt er sich über seine Lage in Potsdam und berichtet von Schwierigkeiten im Verhältnis des dortigen (reformierten) Hofpredigers zu seinem Kollegen an der Garnisonkirche, dem (lutherischen) FeldprobstVgl. Brief *617 und Brief 622, 11–27 [Schließen]

Anfang bis Mitte April 1799

Schleiermachers erste Predigtpublikation. In der „Auswahl noch ungedruckter Predigten von Ammon, Bartels, Diterich, Löffler, Marezoll, Sack, Schleiermacher, Spalding, Teller, Zöllner, Zollikofer“ (Predigten von protestantischen Gottesgelehrten. Siebente Sammlung) erscheint als 13. Predigt auf S. 231–256 Schleiermachers Predigt „Die Gerechtigkeit ist die unentbehrliche Grundlage des allgemeinen Wohlergehens. An einem allgemeinen Bettage“.Predigttext war Sprüche Salomonis 14, 34 (vom Bettag am 20.4.1796; vgl. W. von Meding: Schleiermachers erstgedruckte Predigt, S. 304). In der nicht unterzeichneten Vorrede heißt es, Schleiermacher sei durch seine „von dem Herrn Hofprediger Sack empfohlene Uebersetzung der Predigten von J. Fawcett rühmlichst bekannt, und in Berlin wegen seiner Talente und Einsichten so geschätzt, daß er auch in einer solchen Gesellschaft, von ihr selbst wie vom Publikum, nicht ungern wird gesehen werden.“ – In ähnlichem Ton ist eine Anzeige in den Berlinischen Nachrichten Nr. 50 vom 25.4.1799 gehalten, wo es auf S. 6 heißt: „Die auf dem Titel genannten Namen, welche größtenteils in ganz Deutschland gekannt, und wo sie gekannt, auch verehrt und bewundert sind, machen alle Anpreisung überflüssig. Herr Schleiermacher, von welchem hier auch eine geistvolle Rede erscheint, ist derselbe, der durch seine treffliche Uebersetzung von Fawcetts Predigten dem Publikum schon vortheilhaft bekannt ist, und der in Berlin als denkender Kopf und einnehmender Kanzelredner geschätzt ist.“ [Schließen]

Wohl Anfang April 1800

Wohl In einem – nicht überlieferten – Brief an Schleiermacher legt Dorothea Veit ihm dar, weshalb sie sich nicht taufen und mit Friedrich Schlegel trauen lassen wolle.Vgl. Brief *831 [Schließen] Hierauf antwortet Schleiermacher in einem ebenfalls nicht überlieferten Brief, wobei er erklärt, er könne die von Dorothea vorgetragenen Gründe nicht respektieren.Vgl. Brief *839 [Schließen] In ihrem Brief vom 11. April präzisiert Dorothea noch einmal, dass sie bei dem Verlassen der jüdischen Glaubensgemeinschaft und einer Wiederverheiratung jeden Einfluß auf die Erziehung des bei ihr lebenden Sohnes Philipp Veit verlieren und ihn dem Vater übergeben müsste; dagegen beabsichtige sie, Philipp in eine Pensions-Anstalt zu geben und sich dann taufen und trauen zu lassen: „Aber unter keiner andern Bedingung, als daß Sie beyde Handlungen verrichten“.Vgl. Brief 840, 15ff [Schließen]

Anfang April 1800

Friedrich Schlegel wird durch Schleiermachers Mitteilung überrascht, der Verfasser der „Monologen“ zu sein.Vgl. Brief *832 und Brief 833, 1–46 [Schließen] Dieser hatte ihm – wohl schon Anfang des JahresVgl. die Anmerkung zu Brief 833, 1–10 [Schließen] – zwei Exemplare zugesandt, ohne sich als Autor zu erkennen zu geben. Schlegel hatte das Buch ebensowenig wie die anderen Jenaer Freunde beachtet und schließlich an Schleiermacher zurückgeschickt.

April 1800

Schleiermacher schickt weiteres Manuskript seiner „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde" nach Jena und bittet Dorothea Veit, den vierten Brief besonders zu lesen und hierzu Verbesserungsvorschläge zu machen.Vgl. Brief *853 [Schließen]

Vor Mitte April 1801

Schleiermacher erhält von Gottlieb Ernst August Mehmel die Einladung, an der Erlanger Literaturzeitung mitzuwirken,Brief *1042 [Schließen] wo er in der Folge mehrere Rezensionen veröffentlicht.

1. April 1803

Schleiermacher schreibt Ehrenfried von Willich, er wolle sich nach dem Scheitern seiner Hoffnungen, Eleonore Grunow ehelichen zu können, am liebsten einer befreundeten Familie anschließen und dort bei der Erziehung der Kinder mitwirken.Vgl. Brief 1468, 72–80 [Schließen]

Anfang April 1805

Schleiermacher berichtet seinem Onkel Stubenrauch, er wolle in eine Wohnung in der Großen Märkerstraße ziehen,Vgl. Brief *1955 [Schließen] wo er später im zweiten Obergeschoß eines Hauses wohnte.Vgl. F. Kattenbusch: Schleiermachers Wohnung in Halle [Schließen]

1. bis 19. April 1806

Reise nach BerlinVgl. die Historische Einführung in KGA V/8, S. XXXIV; das Datum der Rückkehr ergibt sich aus Brief 2180, 2f. [Schließen] mit Steffens.Vgl. Brief 2191, 17–20 [Schließen] Während seines Aufenthaltes tauft er ein Kind.Vgl. Brief 2196, 42–44 [Schließen]

Vor Mitte April 1807

Schleiermacher entschließt sich, im Sommer Vorlesungen in Berlin zu halten, will aber nicht bei Reimers Quartier nehmen.Vgl. Brief 2459, 15–32 [Schließen]

1. April 1808

Zur Ostermesse erscheint Schleiermachers zweite Predigtsammlung. Nicht bei allen kam die zweite Sammlung so gut an wie die erste. So urteilt Severin Metger in einem Brief vom 26.6.1808: „Ueber Ihre Predigten aber, als Predigten muß ich den Stab brechen, für Gebildete sind sie nicht, für Philosophen nur. Nicht wegen der Tiefe, als vielmehr wegen der Fülle der Ideen, und deren gegenseitigen Bedingtheit sind sie für den gemeinen Mann, dem alles, was er denkt, jedes Einzelne ein Absolutes ist, und für den bloß Gebildeten schlechterdings unverständlich. Doch auch Ihre Tiefe.“Brief 2755, 59–64, KGA V/10. Ludwig Blanc relativiert seine verhaltene Rückmeldung in einem Brief vom 12.7.1808: „Was in aller Welt mag ich Ihnen doch über die Predigten geschrieben haben daß Sie glauben konnten ich setzte die erste Sammlung unbedingt über die zweite? Diese letzte findet bei mir keine andern Schwierigkeiten als die jeder neue Ankömmling findet in die Rechte eines älteren Freundes einzutreten, auch hat sie seitdem schon bedeutende Fortschritte gemacht.“ (Brief 2766, 2–6, KGA V/10) Und Schleiermachers Schwester Charlotte gibt einen detaillierten Kommentar in ihrem Brief vom 24.3.1809, vgl. Brief 3166, 68–94, KGA V/11.  [Schließen]

1. April 1810

Napoleon heiratet Marie Louise von Österreich (1791–1847), Tochter von Kaiser Franz I. von Österreich.

1. April 1811

An der Berliner Universität startet das Sommersemester 1811. Schleiermacher beginnt seine Vorlesung über „Dogmatische Theologie“ (32 Hörer) und seine Vorlesung über die „Episteln des Paulus an die Galater, Thessalonicher, Corinther und die Römer“ (43 Hörer).Vgl. Wolfgang Virmond (Hg.): Die Vorlesungen der Berliner Universität 1810–1834, Berlin 2011, S. 15 [Schließen]

1. April 1811

Durch das Berliner Polizeireglement wird in Berlin die erste deutsche Kriminalpolizei gegründet.

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1811, erarbeitet von Sarah Schmidt und Holden Kelm. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S1120194

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