3. September 1808

Hört eine Vorlesung bei Delbrück, dem Prinzenerzieher.

4. September 1808

Predigt vormittags in der Königsberger Schlosskirche (Mk 7,31–37) für die königliche Familie, was er selbst jedoch als eine schwierige Aufgabe empfindet: „Uebermorgen predige ich hier in der Schloßkirche, gewissermaßen auf Allerhöchsten Befehl aber die ganze Geschichte ist mir ein wenig verdrießlich und es wird nicht etwas sonderliches werden.“Brief an Anne (Nanny) Schleiermacher vom 2.9.1809, Brief 2811, 10–13, KGA V/10.  [Schließen]

15. September 1808

Schleiermacher gibt dem Kronprinzen „Lektionen“.

25. September 1808

Rückreise über Marienwerder (26.9.), Treptow und Stargard (28.9.), Küstrin (am 29.), Ankunft am 30.9. morgens in Berlin.

27. September 1808

Beginn des Erfurter Fürstenkongresses, auf dem der Bündnisvertrag zwischen Zar Alexander und Napoleon unterzeichnet wurde.

September 1808

Aufnahme der Platon-Übersetzungen und gemeinsame Platon-Lektüren mit Heindorf. Es handelt sich dabei wohl um Schleiermachers umfangreiche und entscheidende Mitarbeit an Heindorfs Auswahlausgabe der Platonischen Dialoge (Heindorf Dialogi selecti ), vgl. „Historische Einführung“, in: KGA II/4, S. XXXI f.  [Schließen]

3. September 1809

Aufbruch mit Henriette Schleiermacher, ihren Kindern und der Halbschwester Anne (Nanny) nach Schlesien. Der Reiseweg führt über Frankfurt (Oder), Ziebingen, Crossen (4.9.), Naumburg, Sagan, Sprottau bis Bunzlau (5.9.) und weiter über Löwenberg nach Hirschberg (am 6.9.).

7. September 1809

Ankunft in Schmiedeberg und Zusammentreffen mit Schleiermachers Bruder Carl und dessen Familie. Die Schwester Charlotte (Lotte) Schleiermacher kommt am 8.9. nach Schmiedeberg. Schleiermacher besucht Freunde und Bekannte, unternimmt ausgiebige Wanderungen, Ausflüge und Besichtigungen und predigt an verschiedenen Orten.

24. September 1809

Schleiermacher predigt laut Tageskalender in Gnadenfrei (er notiert: „Antrittspredigt“).

30. September 1809

Schleiermacher fährt über Neustadt und Leobschüz nach Troppau, wo er, wie am 1.10. und 2.10.1809, mit Stein zu Gesprächen zusammentrifft, der nach seiner Entlassung und Flucht aus Berlin in Troppau zwischenzeitlich Quartier nahm.

2. September 1810

Schleiermacher predigt vormittags in der Dreifaltigkeitskirche (Apg 11,15–17). Vgl. KGA III/4, S. 162–167.  [Schließen]

3. September 1810

Schleiermacher reist mit seiner Frau, seiner Halbschwester Anne (Nanny) und Henriette Herz über Mittenwalde, Dahme, Herzberg (4.9.) und Kossdorf (5.9.) nach Dresden, wo er die Gemäldegalerie besichtigt und unter anderen Riquet und die Familie Körner besucht und in der Gemäldegalerie auch auf Goethe trifft. Am 17.9. laut Eintrag im Tageskalender.  [Schließen] Laut Tageskalender bleibt er mindestens bis zum 21.9. in Dresden, führt an diesem Tag jedoch bereits Abschiedsgespräche. Am 28.10.1810 schreibt Christian Gottfried Körner an seinen Sohn Theodor Körner „Göthe und Schleiermacher sind abgereist.“ (Theodor Körners Briefwechsel mit den Seinen , 1919, S. 107).  [Schließen]

9. September 1810

Die neue Berliner Universität wird unter Theodor Schmalz als Rektor eröffnet. Schleiermacher wird (zum 8.9.) Dekan der theologischen Fakultät, Fichte Dekan der philosophischen Fakultät, Friedrich August Biener für die juristische, Christoph Wilhelm Hufeland für die medizinische Fakultät.

16. September 1810

Schleiermacher predigt laut Tageskalender in Dresden.

30. September 1810

Schleiermacher predigt vormittags in der Dreifaltigkeitskirche (Gal 6,7–8). Vgl. KGA III/4, S. 168–176.  [Schließen]

2. September 1811

Als Ergänzung zur 1810 eingeführten allgemeinen Gewerbesteuer wird mit dem sog. Gewerbepolizei-Gesetz die Gewerbefreiheit in Preußen weitergeführt und damit der Zunftzwang aufgelöst.

14. September 1811

In Preußen wird nach der Abschaffung der Erbuntertänigkeit der Bauern das Regulierungsedikt erlassen, durch das die Bauern von Abgaben und Diensten befreit werden sollen und Grundbesitz von ihren ehemaligen Grundherren überlassen bekommen. Allerdings werden die Bauern zugleich zu einer Rückgabe von Teilen ihres Landes bzw. einer Auszahlung an ihre früheren Grundherren als Entschädigungsleistung gezwungen.

14. September 1811

Laut Tageskalender beginnt Schleiermacher seine Reise nach Schlesien um 2 Uhr nachmittags und gelangt über Königs Wusterhausen bis nach Storkow, wo ein Zwischenhalt mit Übernachtung eingelegt wird.Zur Schlesienreise Schleiermachers vgl. die Reisenotizen in: Schleiermacher: Tageskalender 1811, erarbeitet von Wolfgang Virmond, in: schleiermacher digital / Tageskalender 1808–1834, hg. v. Elisabeth Blumrich, Christiane Hackel, Wolfgang Virmond, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. [Schließen]

15. September 1811

Schleiermacher setzt seine Schlesienreise um 1 Uhr morgens fort und gelangt über Beeskow, Lieberose und Cottbus bis nach Spremberg.

16. September 1811

Schleiermacher erreicht nach frühmorgendlichem Aufbruch Niesky, wo er über Mittag bei Albertini weilt und anschließend nach Görlitz weiterreist.

17. September 1811

Schleiermacher erreicht am vierten Tag seiner Reise das schlesische Löwenberg und bricht nachmittags nach Hirschberg auf, von wo aus er seiner Frau Henriette schreibt, die Reise sei bislang ohne jeden Unfall glücklich verlaufen, er habe aber seine Geschäfte nicht ausrichten können, weshalb eine Übernachtung eingelegt worden sei. Seiner Reisebegleiterin Luise von Willich, die den Winter bei den Schleiermachers verbracht hatte, ergehe es gut; auch von einem Besuch bei seinem Bruder Carl ist die Rede.Vgl. Brief 3684, KGA V/12 [Schließen] Im nächsten Brief an Henriette vom 21. September berichtet Schleiermacher von gemeinsamen Ausflügen ins Riesengebirge zum Kochelfall und auf die Schneekoppe sowie von der Abreise Luise von Willichs. Er selber gedenke über Gnadenfrei, wo er seine Schwester Charlotte besuchen wolle, nach Breslau weiterzureisen.Vgl. Brief 3686, KGA V/12 [Schließen]

25. September 1811

Schleiermacher erreicht Breslau, quartiert sich dort bei der Familie von Joachim Christian Gaß ein und setzt seinen Reisebriefwechsel mit seiner Frau Henriette fort.Vgl. Brief 3691, KGA V/12 [Schließen] Der Aufenthalt in Breslau erstreckt sich über vier Tage bis zum folgenden Sonntag, den 29. September. Schleiermacher trifft den Präsidenten der Provinz Schlesien Friedrich Theodor Merkel, hält eine Predigt in der reformierten Kirche und tritt am Sonntagabend, nach einem Besuch bei Ludwig Friedrich Heindorf, die Rückreise nach Berlin an.Vgl. Brief 3692, KGA V/12 [Schließen] Diese verläuft über eine andere Route als die Hinfahrt: über Grünberg, Crossen, Frankfurt und Müncheberg. Am 6. Oktober kehrt Schleiermacher von seiner Schlesienreise zurück nach Berlin.

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1811, erarbeitet von Sarah Schmidt und Holden Kelm. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S1120194

Download

Dieses Dokument als TEI-XML herunterladen.

Nach Chronologie filtern


Nach Monat filtern


Nach Tag filtern