18. Juli 1808

Verlobung mit Henriette von Willich nach einem gemeinsamen Bad in der Brunnenaue.Der Eintrag am 24.7. in Schleiermachers Tagekalender lässt auf die vereinzelte Mitteilung der Verlobung schließen: „Ich an Sophie gesagt und Jettchen an Lotte Pistorius“. [Schließen] Das Paar blickt einige Monate später auf diese Szene zurück. Vgl. Brief 3125, 45–59, KGA V/11.  [Schließen]

19. Juli 1808

Schleiermachers Berufung zum Prediger an der Dreifaltigkeitskirche wird durch den König bestätigt. Aus der Vokationsurkunde geht ein Jahresgehalt von 750 Rth. hervor.Vgl. KGA III/1, S. XLI f.  [Schließen]

12. Juli 1809

Nach einer Niederlage der Österreicher bei Wagram (Deutsch-Wagram) schließen Österreich und Frankreich einen Waffenstillstand.

23. Juli 1809

Schleiermacher predigt vormittags in der Dreifaltigkeitskirche (Ps 12,2). Vgl. KGA III/4, S. 20.  [Schließen]

24. Juli 1809

Wilhelm von Humboldt reicht seinen modifizierten „Antrag auf Errichtung der Universität Berlin“ ein,Vgl. Wolfes, Öffentlichkeit und Bürgergesellschaft , 2004, S. 276. Der ursprüngliche Antrag Humboldts findet sich in W. v. Humboldt: Gesammelte Schriften, Bd. X, S. 139-147.  [Schließen] der die Zustimmung des Königs Friedrich Wilhelm III. erhält.

Juli. Ende 1809

Schleiermacher notiert im Tageskalender „viel Schmerzen“.

1. Juli 1810

Schleiermacher wird besoldetes Mitglied der Sektion für den öffentlichen Unterricht im Ministerium des Innern. Aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwandes durch seine Mitarbeit in der Sektion und Deputation wurde ihm an der Dreifaltigkeitskirche ein Adjunkt genehmigt: Friedrich August Pischon (1785–1857) übernahm vom 9.10.1810 bis 28.5.1815 einen Teil der pfarramtlichen Tätigkeiten.W. v. Humboldt schlug dem König am 22.6. vor, Schleiermacher als besoldetes Mitglied in die Sektion des öffentlichen Unterrichts aufzunehmen und der König ernannte Schleiermacher am 6.7. rückwirkend zum 1.7.1810, vgl. Max Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 4, Dokument Nr. 44, S. 116f. und Nr. 45, S. 118. [Schließen] Schleiermacher zahlte ihm, wie aus einem Brief an Nicolovius vom 3.8.1810 hervorgeht, 300 Reichstaler Gehalt.Vgl. Brief 3476, 10–13, KGA V/11.  [Schließen] Neben seiner Tätigkeit als Leiter der Wissenschaftlichen Deputation wird Schleiermacher zusätzlich ordentliches Mitglied der Unterrichtsabteilung, in der ihm viele administrative Aufgaben zukamen. Schleiermacher nahm diese Tätigkeit wohl auch in der Hoffnung an, möglicherweise in naher Zukunft auch in die Kultusabteilung berufen zu werden, in der er sich besser platziert sah.Vgl. Wolfes, Öffentlichkeit und Bürgergesellschaft , 2004, S. 271 f. und KGA II/12, „Historische Einführung“, S. 5 f. [Schließen] An seinen Freund Gaß, der Mitglied der Breslauer Wissenschaftlichen Deputation war, erläutert er die Zustimmung zur Mitarbeit, die auch einigen Aufschluss über seine Entlohnung gibt: „Das Geld abgerechnet (ich bekomme nemlich 2000 R wovon ich aber einen Gehülfen an der Kirche mit 300 R remunerire und die Wissenschaftliche Deputation, also 400 R abgebe) ist mir die Veränderung nicht außerordenlich lieb und ich habe sie wirklich nur angenommen, dies auch Dohna und Humboldt erklärt in der Hofnung es würde sich mit der Zeit finden daß ich auch in den  Cultus käme. Denn in der Section des öffentlichen Unterrichts konnte ich als Director der Wissenschaftlichen Deputation immer auch mitwürken ohne die Fülle von mechanischen Arbeiten zu haben, und eine tüchtige Gehaltsverbesserung war man mir bei der Universität doch schuldig. Jezt bin ich besonders seit Uhden auf einer Geschäftsreise abwesend war aufs äußerste beladen gewesen und sehne mich nach der Ausspannung welche mir die Reise nach Dresden giebt.“Brief 3504, 25–37, KGA V/11. Zur komplizierten finanziellen Entlohnung, in der bei Aufrechnung der Tätigkeiten miteinander Schleiermacher am Ende schlecht wegzukommen glaubt, vgl. auch seine Ausführungen in einem Brief an Nicolovius vom 3.8.1810, Brief 3476, KGA V/11.  [Schließen]

11. Juli 1810

Charlotte Helene von Sell (verwitwete von Seidlitz), bei der Charlotte Schleiermacher seit mehreren Jahren als Erzieherin angestellt war, stirbt nach langer, zermürbender Krankheit in Habendorf. Charlotte, die nach dem Tod ihrer Freundin auch eine neue Einkommensquelle suchen muss, berichtet dem Bruder ausführlich über Krankheit und Tod der Freundin.Vgl. z.B. Brief 3428, KGA V/11.  [Schließen]

19. Juli 1810

Die Königin Luise von Preußen, Gemahlin König Friedrich Wilhelm des III., stirbt auf Schloss Hohenzieritz.

22. Juli 1810

Schleiermacher predigt vormittags zum Tod der Königin Luise von Preußen in der Dreifaltigkeitskirche (Apg 6,15) „Die Verklärung des Christen in der Nähe des Todes“. KGA III/4, S. 123–137.  [Schließen]

30. Juli 1810

Der Leichnam der Königin Luise wird im Berliner Dom beigesetzt.

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1810, erarbeitet von Sarah Schmidt. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/chronologie/index.xql

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