10. Mai 1808

Der reformierte Prediger der Dreifaltigkeitskirche Karl Friedrich Thiele stirbt, und Schleiermacher knüpft an die frei werdende Stelle sogleich die Hoffnung auf die Einrichtung einer Universitätspredigerstelle: „Es ist hier der reformirte Prediger an der Dreifaltigkeitskirche gestorben, und ich habe an den König geschrieben daß wenn er bei der hier zu errichtenden Universität nicht auch einen akademischen Gottesdienst zu stiften dächte er mir doch diese Stelle möchte geben lassen. Sie gehört freilich zu denen die seit dem Kriege ganz ohne Besoldung gewesen sind; es kommt mir aber auch nur darauf an eine feste Kanzel zu haben, und zwar eine solche deren mäßige Geschäfte sich am leichtesten mit dem akademischen Beruf verbinden lassen, und das ist grade diese.“Brief an seinen Schüler A. v. der Marwitz vom 31.5.1808, Brief 2724, 31–39, KGA V/10.  [Schließen]

20. Mai 1808

Schleiermacher beginnt bei seinen Wanderungen in der Berliner Umgebung ein „Botanisches Journal“ zur Bestimmung von Pflanzen, das er auf Rügen fortsetzt und das im Jahr 1809 abbricht.KGA I/14, S. 97–103, sowie zum Kontext KGA I/14, S. XLV–XLIL. Die Einträge sind vom 20.5., 11.6., 27.6., 17.7. und 1.2.1809; Schleiermacher notiert darüber hinaus am 13.7.1808 auf Rügen in seinem Tageskalender „Morgens botanische Stunde“.  [Schließen]

28. Mai 1808

Das reformierte Kirchendirektorium wird per königlichem Spezialbefehl aufgefordert, Schleiermacher als Prediger an der Dreifaltigkeitskirche zu berufen.

3. Mai 1809

Schleiermachers Freund Henrich Steffens weigert sich, seine Studenten zum Anschluss an die Schillschen Truppen in Halle aufzurufen.

13. Mai 1809

Napoleon zieht in Wien ein: „Nach dem Altonaischen Merkur hat der Erzherzog Maximilian die Einwohner Wiens den 6ten dieses durch eine Proclamation aufgefordert, die Residenz zu vertheidigen, falls ein feindliches Corps hinein zu dringen versuchen sollte. Auch arbeiten nach eben dieser Zeitung 15000 Mann an Verschanzungen rings um Wien. – Sehen Sie da, lieber Schleiermacher, mehrere Nachrichten! Viel Tröstliches finde ich nicht darin.“ Konopak an Schleiermacher vom 26.5.1809, Brief 3260, 26–32, KGA V/11.  [Schließen]

18. Mai 1809

Friedrich Schleiermacher und Henriette von Willich heiraten auf Rügen in Sagard; das Paar wird getraut von Henriette von Willichs Schwager Heinrich Christoph von Willich. Die Verlobten diskutierten die Ortswahl zuvor, damit niemand aus der Verwandtschaft sich verstimmt fühlte: „Du bist wol nicht auf einen solchen Fuß mit Schlichtkrull daß Du mit ihm über Sophie sprichst? Sonst glaube ich könntest Du es ihm einleuchtend machen daß es auch um ihretwillen besser wäre wir ließen uns nicht in Poseriz trauen. Wo nicht so will ich es auf meine Art anders einleiten. Nur daß nicht die ganze Sache daß wir noch einen Theil der lezten Zeit in Sagard zubringen wollen Sophien hernach erst überrascht.“ An Henriette von Willich vom 26.2.1809, Brief 3106, 44–50, KGA V/11. [Schließen] Einen Tag nach der Hochzeit notiert Schleiermacher in sein Tagebuch: „Migraine und Magenkrampf“.

25. Mai 1809

Schills Freicorps rückt in Stralsund ein, Schleiermacher notiert dieses Ereignis auch in seinem Tageskalender.

27. Mai 1809

Schleiermacher fährt laut Tageskalender zusammen mit seiner Frau Henriette und seiner Schwester Nanny nach Stralsund und trifft dort „Lützow“, wahrscheinlich Leopold von Lützow, der ihm einen Tag später wohl zur Reise rät. Die Rügener Landwehr wird unter Androhung der Todesstrafe bei Nichtbefolgung des Befehls von Schill nach Stralsund gerufen. Sie flieht beim Sieg der dänisch-niederländischen Truppe über Schill in Stralsund am 31.5. als erste; an diesem Tag fällt Schill.Eine detaillierte Chronologie des Schillschen Aufstandes findet sich bei Veltzke (Hg.), Für die Freiheit – gegen Napoleon , 2009, S. 425–432.  [Schließen]

29. Mai 1809

Abreise der Familie Schleiermacher zusammen mit Henriette Herz von Rügen, wieder über die Glewitzer Fähre nach Greifswald (ohne Besuch) und Friedland; am 30.5. bis Prenzlau, dort Fuhrwerkwechsel, Unterkunft bei Wolf; die Weiterreise erfolgte erst am 1.6., am 2.6. über Schönebeck, 3.6. über Zerpenschleuse, um am 4.6. morgens in Berlin anzukommen. Esther de Lemos, die Mutter von Henriette Herz, die planerisch dem Umzugsunternehmen zur Seite steht bzw. es parallel organisiert, da auch ihre Tochter von Rügen nach Berlin zieht, sorgt für einige Konfusion. Vgl. Brief 3194, 30–61, KGA V/11.  [Schließen]

10. Mai 1810

Schleiermacher hält seinen Antrittsvortrag an der Preußischen Akademie der Wissenschaften.KGA I/11, S. 1–7.  [Schließen]

16. Mai 1810

Er predigt vormittags in der Dreifaltigkeitskirche (PredSal 3,11–13). Vgl. KGA III/4, S. 66–79.  [Schließen]

25. Mai 1810

Er legt einen Entwurf zum UniversitätsgottesdienstText siehe Köpke, Die Gründung der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität, 1860, S. 214–216. Nach Lenz, Geschichte der Universität , Bd. 1, 1910, S. 221 am 24.05.1810.  [Schließen] sowie einen Entwurf über die Errichtung der theologischen Fakultät vor.Text siehe Köpke, Die Gründung der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität , 1860, S. 211–214. Nach Lenz, Geschichte der Universität , Bd. 1, 1910, S. 221 am 24.05.1810.  [Schließen]

31. Mai 1810

Schleiermacher predigt nachmittags in der Dreifaltigkeitskirche (Mk 16,19 und Apg 1,11). KGA III/4, S. 80–85.  [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1810, erarbeitet von Sarah Schmidt. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/chronologie/index.xql

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