1. Januar 1808

Schleiermacher predigt laut Tageskalender in der Werderschen Kirche (Mt 6,33).Im Folgenden werden nicht alle belegten Predigten Schleiermachers angeführt. Eine Liste der gehaltenen Predigten für die Jahre 1808–1810 finden sich in KGA III/1, S. 829–843.  [Schließen]

3. Januar 1808

In einem Brief an Johann Wilhelm Heinrich Nolte im Anschluss an ein Gespräch – Nolte war der zuständige Regierungsvertreter der theologischen Fakultät im Vorfeld der Universitätsgründung – unterstreicht Friedrich Schleiermacher die dringende Notwendigkeit, sich für eine Gründung der Universität einzusetzen. Vgl. Brief 2602, KGA V/10. Vgl. Arndt u. Virmond, Schleiermachers Briefwechsel (Verzeichnis) , 1992, S. 303. [Schließen]

6 . Januar 1808

Schleiermacher beginnt seine Vorlesungen im Vorfeld der Universitätsgründung im Palais des Prinzen Heinrich und liest Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend von 5–6 Uhr über „Das System der [philosophischen] Ethik“ und an denselben Tagen von 4–5 Uhr über „Theologische Enzyklopädie“.

16. Januar 1808

Der königlich-preußische Hof zieht von Memel nach Königsberg.

27 . Januar 1808

In der Nummer 23 der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung erscheint Schleiermachers Rezension zu den beiden Schriften Über die Verlegung der Universitäten Halle nach Berlin und Soll in Berlin eine Universität seyn?Vgl. JALZ Nr. 23 (1808), Sp. 183 f. sowie KGA I/6, S. 7–13, zur Entstehung und Wirkungsgeschichte vgl. KGA I/6, S. XIII f.  [Schließen] Bezug einer eigenen Wohnung in der Schützenstraße 74 in Berlin. Vgl. „Historische Einführung“, in: KGA III/1, S. XLI sowie Brief an Gustav von Brinckmann, Brief 2617, 1–5, KGA V/10. [Schließen]

Januar 1808

Die von Schleiermacher mitunterzeichnete Bittschrift an Kaiser Napoleon (die Wiederaufnahme der Vorlesungstätigkeit und die Auszahlung der Universitätsgehälter betreffend) erscheint im ersten Stück des dreizehnten Bandes der von Christian Daniel Voß herausgegebenen Zeitschrift Die Zeiten, oder Archiv für die neueste Staatengeschichte und Politik.Vgl. ebendort S. 104–107 sowie KGA I/14, S. 87–91, zum historischen Kontext vgl. KGA I/14, S. XXXVII–XL.  [Schließen]

4. Januar 1809

Schleiermacher nimmt seine im November des Vorjahres begonnene Vorlesungstätigkeit wieder auf und liest (bis zum 8.4.) „Christliche Glaubenslehre“ am Mittwoch, Donnerstag und Freitagnachmittag.

4. Januar 1809

Schleiermacher führt (bis zum 15.4) die Vorlesung über „Die Theorie des Staates“ am Montag- und Dienstagnachmittag fort.Vgl. Arndt u. Virmond, Schleiermachers Briefwechsel (Verzeichnis) , 1992, S. 303 f.  [Schließen]

10. Januar 1809

Georg und Wilhelmine Reimer wird die Tochter Adelheid geboren.

15. Januar 1809

Schleiermacher predigt laut Tageskalender vormittags in der Domkirche (Röm 13,1–5) „Über das rechte Verhältnis des Christen zu seiner Obrigkeit.“KGA III/4, S. 3–15, Erstdruck 1809 bei Reimer, zur Rezeption vgl. auch KGA III/4, S. XVII f. [Schließen] Schleiermacher verschickte, wie aus dem Briefwechsel hervorgeht, die Predigt mehrfach, kommentierte und erhielt Rückmeldungen, so z.B. von seiner Braut am 5.3.1809: „Deine Predigt ist ganz herrlich nur werden sie aber keine Ungebildeten verstanden haben. Ich wüßte gar nicht lieber Ernst wie es einen Gegenstand geben könnte der mich nicht interessirte Du hattest also sehr Recht zu glauben daß ich mich hinein lesen würde“.Brief 3123, 57–61, KGA V/11. Zur Rezeption vgl. auch KGA III/4, S. XVII f. [Schließen] Auch sein Freund Henrich Steffens meldete am 11.4.1809: „Deine Rede habe ich erhalten, und wir haben sie mit vieler Freude gelesen. Es war mir sehr lieb über einen Gegenstand, den man immer, man kann es wohl sagen, umgieng – wenigstens nie den wahren innern Kern berührte, klare und bestimmte Worte zu vernehmen –“.Brief 3205, 42–45, KGA V/11. [Schließen]

21. Januar 1809

Schleiermacher erhält seine erste Singstunde.

22. Januar 1809

Schleiermacher predigt laut Tageskalender vormittags in der Dreifaltigkeitskirche.

13. Januar 1809

Schleiermacher klagt in einem Brief an seine Braut Henriette über „Flußfieber“, ein rheumatisches Fieber, das ihn vom Arbeiten abhalte.Brief 3045, 19, KGA V/11.  [Schließen]

23. Januar 1809

Philipp Buttmann, Sohn von Schleiermachers Freund Philipp Karl Buttmann, wird geboren. Am selben Tag erblickt auch die Tochter Cecile des befreundeten Ehepaars Wilhelmine und Joachim Christian Gaß das Licht der Welt.

1. Januar 1810

Schleiermacher predigt nachmittags laut Tageskalender in der Dreifaltigkeitskirche.

2–3. Januar 1810

Schleiermacher leidet laut Tageskalender an einer Augenentzündung.

3. Januar 1810

Schleiermacher vollendet laut Tageskalender einen „Kirchenrechnungsentwurf“.

6. Januar 1810

Mit dem Vertrag von Paris wird der Kriegszustand zwischen Schweden und Frankreich beendet: Schweden erhält Rügen und Schwedisch-Pommern und beteiligt sich an der gegen England gerichteten Kontinentalsperre.

10. Januar 1810

Wiederaufnahme der Vorlesung über „Christliche Sitte“ (bis 30.3.) am Mittwoch und Donnerstag von 5–6 Uhr. In der Anzeige der Vorlesung präzisiert Schleiermacher: „Das Local ist im Heinrichschen Palais; Einlaßkarten in der Realschulbuchhandlung.“, vgl. Arndt u. Virmond, Schleiermachers Briefwechsel (Verzeichnis) , 1992, S. 304.  [Schließen]

12. Januar 1810

Wiederaufnahme der Vorlesung über „Die allgemeinen Grundsätze der Auslegungskunst“ (bis zum 24.3.) am Freitag und Sonnabend von 5–6 Uhr.Vgl. Arndt u. Virmond, Schleiermachers Briefwechsel (Verzeichnis) , 1992, S. 304. [Schließen]

26. Januar 1810

Die griechische Sitzung findet laut Eintrag im Tageskalender bei Schleiermacher statt.

28. Januar 1810

Schleiermacher predigt nachmittags in der Dreifaltigkeitskirche (Mt 8,23–27) „Zuversicht und Kleingläubigkeit; in der Schiffart Christi dargestellt.Vgl. sowie KGA III/4, S. 27–40, Erstdruck im Magazin von Festpredigten 1, 1823, S. 213–230.  [Schließen]

1. Januar 1811

Schleiermacher predigt zum Neujahrstag in der Dreifaltigkeitskirche (Mt 24,6–13).Die Angaben zu Schleiermachers Predigten 1811 werden hier nur auszugsweise wiedergegeben. Vgl. das Kalendarium zu den Predigten in KGA III/1. [Schließen]

14. Januar 1811

In einem Brief an Alexander Graf zu Dohna-Schlobitten berichtet Schleiermacher über seine familiären Verhältnisse, die sich nach dem Einzug in das Haus in der Kanonierstraße 4 vor knapp zwei Jahren durch die Geburt seiner Tochter Clara Elisabeth noch einmal verändert hatten, Clara gedeihe gut, seine Frau Henriette sei nach der Geburt noch etwas angegriffen, aber insgesamt wohl auf.Brief 3574, 47–48, KGA V/12 [Schließen]

15. Januar 1811

Johannes Karl Hartwig Schulze, ein Schüler Schleiermachers aus Halle, schickt ihm aus Weimar, wo er u.a. auch mit Goethe verkehrt, den von Schulze selbst herausgegebenen zweiten Band von Winckelmanns Geschichte der Kunst des Altertums.Vgl. Brief 3576, 28–29 [Schließen] In seiner Antwort vom 13. September gibt Schleiermacher zu verstehen, dass er den ersten Band (den Schulze ihm Ende 1809 zukommen ließ) zwar sehr genau gelesen habe, er mit dem zweiten aber nicht gut vorangekommen sei.Vgl. Brief 3680, 55–58, KGA V/12. Brief 3372, 19–23, KGA V/11 [Schließen] Schulze kündigt ihm daraufhin die Zusendung des dritten Bandes für nach Weihnachten an.Vgl. Brief 3702, 71–78, KGA V/12 [Schließen]

17. Januar 1811

Schleiermachers jüngste Veröffentlichung, die Kurze Darstellung des theologischen Studiums, wird von seinen Kollegen wahrgenommen. Als erster in diesem Jahr gratuliert Philipp Wilhelm Wolf, Superintendent in Zossen, zu diesem Buch, das einen Grundriss von Schleiermachers System der theologischen Disziplinen enthält und eine Orientierungshilfe für die Hörer seiner theologischen Vorlesungen bieten soll.Brief 3578, 3–6, KGA V/12 [Schließen]

19. Januar 1811

Nach einem Besuch bei der Gesetzlosen Gesellschaft notiert sich Schleiermacher in seinem Tageskalender Ausgaben in Höhe von 2 Rth.Die Angaben aus Schleiermachers Tageskalender 1811 werden hier nur auszugsweise wiedergegeben. Vgl. Schleiermacher: Tageskalender 1811, erarbeitet von Wolfgang Virmond, in: schleiermacher digital / Tageskalender 1808–1834, hg. v. Elisabeth Blumrich, Christiane Hackel, Wolfgang Virmond, Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. [Schließen]

28. Januar 1811

Wilhelm Christian Müller teilt Schleiermacher den Tod seines geliebten Sohnes Adolph mit, der in Bremen praktizierender Arzt geworden war. Adolph Müller war ein bewundernder Schüler Schleiermachers seit dessen Hallenser Zeit.Vgl. Brief 3584, 2–28, KGA V/12 [Schließen]

29. Januar 1811

Schleiermacher hält an der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften den Vortrag „Über Diogenes von Apollonia“. Die im engeren Kreis vorgestellte Abhandlung wurde 1815 in den Jahrbüchern der Akademie veröffentlicht und im Unterschied zu anderen Akademieabhandlungen von Schleiermacher selbst autorisiert.Vgl. KGA I/11, XXIII, XXX–XXXII [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1811, erarbeitet von Sarah Schmidt und Holden Kelm. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S1120194

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