21. February 1784

Aufnahme unter die Abendmahlskandidaten.

18. February 1786

Geburt der Halbschwester Anna Maria Louise (Nanny).Vgl. Wackwitz, Schleiermacheriana 143f [Schließen]

Wohl im Februar 1794

Auch Schleiermachers Bruder Carl verläßt die Brüdergemeine, bei der er in Niesky als Apotheker gearbeitet hat; in der Folge geht er nach Berlin.

Februar 1798

Friedrich Schlegel berichtet seinem Bruder, dass Schleiermacher seine (F. Schlegels) philosophischen Hefte auf Fragmente hin durchgesehen habe.Vgl. F. Schlegel: Werke, Bd 24, S. 88 (Brief vom 17.2.1798): „Meine alten philosophischen Hefte, die Schleyermacher durchgesucht, hab' ich nun noch gar nicht angebrochen. Darunter sind sehr viele kleine pikante, 50–60." [Schließen]

4. February 1799

König Friedrich Wilhelm III. erteilt Schleiermacher den Auftrag, sich nach Potsdam zu begeben und dort die Geschäfte des Hofpredigers Bamberger zu übernehmen. Er soll bereits am nächsten Sonntag (10.2.) die Predigt halten.Vgl. Brief 557a [Schließen]

14. February 1799

Schleiermacher begibt sich nach Potsdam,Vgl. Brief 558 [Schließen] wo er schon am folgenden Tag die Arbeit an den „Reden“ „Über die Religion“ wieder aufnimmt.Vgl. Brief 559, 21f; zur Entstehungsgeschichte und zum Verlauf der Arbeiten an den „Reden“ vgl. die Historische Einführung in KGA I/2, S. LIII–LX [Schließen] Daneben widmet sich Schleiermacher während seiner zeitweiligen Versetzung besonders dem Studium der Platonischen Dialoge, über das er in der Folge wiederholt berichtet.Vgl. zuerst Brief 559, 20; nach dieser Stelle zu urteilen, hatte Schleiermacher sich die Plato-Lektüre neben der Arbeit an den „Reden“ und der „Theorie des geselligen Betragens“ für die Zeit des Potsdamer Aufenthalts zur besonderen Aufgabe gemacht. Später berichtet er in Briefen an Henriette Herz z.B. über die Lektüre des „Kriton“ (Brief 571, 32–36) und des „Phaidon“ (Brief 575, 2) [Schließen]

19. February 1799

Schleiermacher berichtet an den Verleger J. C. P. Spener, er habe seit seiner Ankunft in Potsdam David Collins' „An Account of the English colony in New South Wales“ gelesen, um die Ausführung der von ihm geplanten Siedlungsgeschichte Neuhollands (Australiens) vorzubereiten.Vgl. Brief 561, 5–7 [Schließen] An diesem Projekt arbeitete Schleiermacher während seines Potsdamer Aufenthalts neben den „Reden“ „Über die Religion“ und verstärkt nach deren Abschluss am 15.4. sowie, mit Unterbrechungen, bis Mai 1802;Vgl. hierzu die Historische Einführung in KGA I/3, S. LXXXII–XCIII; von den umfänglichen Vorarbeiten und Ausarbeitungen Schleiermachers sind einige Stücke überliefert (KGA I/3, S. 251–279) [Schließen] es wurde wohl nur aufgrund geschäftlicher Erwägungen Speners nicht realisiert. Friedrich Schlegel teilt seiner Schwägerin Caroline den ersten Eindruck der im Entstehen begriffenen „Reden“ „Über die Religion“ mit.„Religion ist übrigens nicht viel darin, außer daß jeder Mensch ein Ebenbild Gottes sey, und der Tod vernichtet werden soll. Indessen ists doch ein Buch wie mein Studium der alten Poesie, revoluzionär und der erste Blick in eine neue Welt. Ich glaube, Ihnen wird es wohl gefallen: denn es ist gebildet und fein, ein classischer Essay!“ (F. Schlegel: Werke, Bd. 24, S. 230f, Nr. 138). Die zwiespältige Tendenz dieses Urteils tritt in einer Bemerkung am Schluss desselben Briefes verstärkt zutage, wo es – im Blick auf A. L. Hülsen – heißt. „Dessen Religion von Familie, von Eltern und Kindern gefällt mir doch besser wie Schl's um so mehr, da er nicht weiß daß es Religion ist. Auch ist mehr Nerv und Nachdruck darin, als wenn Schl. so umherschleicht wie ein Dachs um an allen Subjekten das Universum zu riechen“ (ebd., S. 231). [Schließen]

25. February 1799

In einem Brief an Henriette Herz klagt Schleiermacher, er habe an den „Reden“ „Über die Religion“ noch nicht weiterschreiben können; besonders fehle ihm noch eine Inspiration für die dritte Rede.Vgl. Brief 569, 70–74 [Schließen]

1. February 1800

Schleiermacher und sein lutherischer Kollege an der Charité, Prahmer, werden beim Armendirektorium vorstellig, um materielle Verbesserungen für ihre Aufwärter, die vom Hospital gestellt werden, zu erwirken.Vgl. Brief 788 [Schließen] Dieses Gesuch wird vom Armendirektorium mit der Begründung abgelehnt, dass die Aufwärter als Hospitaliten bereits „in der Anstalt die Wohlthat der unentgeldlichen Verpflegung genießen“.Brief 799 [Schließen]

3. February 1800

Friedrich Schlegel berichtet Schleiermacher erstmals detailliert über Verhandlungen mit dem Verleger C. F. E. Frommann über das Projekt einer gemeinschaftlichen Übersetzung des Platon.Vgl. Brief 791, 37–55 [Schließen] Gleichzeitig drängt Schlegel den Freund, sich auf die Naturwissenschaft und Naturphilosophie einzulassen und – statt der Siedlungsgeschichte Neuhollands (Australiens) für den Spenerschen Kalender – ein philosophisches Werk vorzulegenVgl. Brief 791, 85–116 [Schließen]

14. February 1800

F. Schlegel erwähnt gegenüber Schleiermacher den Plan eines gemeinsam herauszugebenden philosophischen Journals, das freilich nie zustandekommt.Vgl. Brief 794, 3f; der Plan des Journals wird in Brief 808 vom 10. März konkretisiert; vgl. Zeilen 43–74. Mit Brief *823 ging Schleiermacher auf den Vorschlag des Freundes ein. [Schließen]

Februar 1800

Nach einem Bericht an die Schwester Charlotte vom 8. März leidet Schleiermacher bis Mitte des Monats an Kolikschmerzen, wodurch er in seinen Arbeiten sehr zurückgeworfen wurde.Vgl. Brief 798, 93–97 [Schließen]

27. February 1800

Schleiermacher bittet den Verleger J. C. P. Spener darum, in der Mittwochsgesellschaft des I. A. Feßler eine Passage aus Isaac Welds „Travels through the states of North America“ über die Niagara-Fälle vortragen zu dürfen;Vgl. Brief 801 [Schließen] an einer Übersetzung dieses Reiseberichts arbeitete zu dieser Zeit Henriette Herz.

7. February 1801

Schleiermacher teilt F. Schlegel mit, er habe durch eine Intrige die Aussicht auf eine Predigerstelle verloren; bei der gemeinsamen Platon-Lektüre mit Heindorf sammle er Materialien zu einem „Wörterbuch über die alte Philosophie“, das er in 10 Jahren fertigmachen wolle.Vgl. Brief 1019, 7f.76–89 [Schließen] Er erklärt sich bereit, auch die Übersetzung des „Protagoras“ zu übernehmen, bittet jedoch, mit Rücksicht auf die geplanten eigenen Dialoge in diesem Jahr keine weiteren Übersetzungsarbeiten übernehmen zu müssen.Vgl. Brief 1019, 56–67 [Schließen]

8. February 1801

Vormittags in der Charité „Betstunde bei Weibern“ über Psalm 62, 2; Nachmittagspredigt über 1. Korintherbrief 7, 28ff.BBAW, SN 53 [Schließen]

9. February 1801

A. W. Schlegel bittet Schleiermacher, ihm in Berlin ein Quartier zu mieten.Vgl. Brief 1020 [Schließen]

10. February 1801

Betstunde über Psalm 8, 5-7.BBAW, SN 53; zu weiteren Predigten im Zeitraum des vorliegenden Bandes liegen keine Aufzeichnungen Schleiermachers vor; die Predigtankündigungen in den Berliner Zeitungen bleiben unberücksichtigt, weil kurzfristige Änderungen immer wieder vorkamen und sie insofern allein keine sichere Quelle für die tatsächliche Predigttätigkeit Schleiermachers darstellen. [Schließen]

12. February 1801

In einem Brief an seine Schwester Charlotte erklärt sich Schleiermacher über seinen Umgang mit Henriette Herz.Brief 1021, 60ff [Schließen]

20. February 1801

F. Schlegel drängt seinen Bruder August Wilhelm, intensiven Kontakt zu Schleiermacher zu pflegen.„Ich bitte Dich, ja den Schleiermacher zu zwingen, daß er Dir und Deiner Gesellschaft alle Zeit widmet die er von Gottes Wort erübrigen kann. Wenn Ihr nur erst einmal bekannt miteinander wäret, so würdet Ihr Euch recht gut kennen.“ (F. Schlegel: Briefe an seinen Bruder, S. 464) [Schließen] Aus Jena werden Bücher Ludwig Tiecks an Schleiermacher geschickt.In einem Brief F. Schlegels an seinen Bruder vom 6. März heißt es: „Tiecks Bücher sind heute vor 14 Tagen abgesandt, hoffentlich also beim Empfange dieses schon lange angekommen“; hierzu findet sich ein Zusatz von Dorothea Veit: „sie waren an Schleiermacher adreßirt weil wir weder Ihre noch Tiecks Addreße wußten.“ (F. Schlegel: Briefe an seinen Bruder, S. 467) [Schließen]

3. bis 6. Februar 1802

Ehrenfried von Willich besucht mit seinem Zögling, dem Grafen Wilhelm von Schwerin, Berlin und wohnt in dieser Zeit bei Schleiermacher.Vgl. Schleiermacher und seine Lieben, S. 26; bereits am 9. Dezember 1801 schrieb Henriette Herz an Ehrenfried von Willich: „Ich sehe Sie also gewiß den Winter bei uns, denn Sie wollen es ja Gottlob so ernstlich. Schlegel wird wohl bis zu Ende Dezembers bleiben, und dann nehmen Sie seine Stelle bei Schleier ein; es soll ein schönes Leben werden, hier giebt es auch Nächte.“ (S. 22) Unter dem 14. Januar heißt es dann: „kommen müssen Sie, und das bald, denn Schlegel reist Heute über 14 Tage ab. Das ist gerade Ende Januars, und träfe es sich auch, daß Sie um einen oder zwei Tage früher kommen als er reist, so finde ich wohl ein Zimmer in meiner Nähe, wo Sie so lange bleiben, bis Sie zu Schleier ziehen können. Sie schlafen dann nur aus meinem Hause, wachen nur bei mir und Schleier. So lernen Sie doch auch Schlegel kennen, wenn auch nur äußerlich, denn innerlich paßt ihr nicht.“ (S. 24) – Zu dem Besuch und den Terminen vgl. auch Brief 1148 an die Schwester Charlotte, Zeilen 85–93.111–139. [Schließen] Während dieses Besuchs verspricht Eleonore Grunow Schleiermacher in Gegenwart des Freundes, sich bald von ihrem Mann zu trennen und zu ihm nach Stolp zu kommen.Vgl. Henriette Herz an Ehrenfried von Willich, 31. März 1803: ,,So ist es doch nun wahr, was ich gefürchtet, daß Leonore unserm Freunde entsagen würde; es ist geschehen, mein Ehrenfried, und unser Schleier ist unaussprechlich elend. Leonore bleibt bei Grunow, hat jenen Morgen vergessen, wo sie in Ihrer Gegenwart ihm mit Thränen und heiligen Worten sagte, daß er gehen solle nach Stolp und sie erwarten. In die Wüste hat sie ihn gestoßen und läßt ihn jezt allein dort stehen und zu Grunde gehen.“ (Schleiermacher und seine Lieben, S. 50) [Schließen]

8. February 1802

F. Schlegel bittet seinen Bruder August Wilhelm, ihm Aushängebogen des „Alarcos“ ggf. über Schleiermacher zukommen zu lassen.Vgl. F. Schlegel: Briefe an seinen Bruder, S. 490 [Schließen]

17. February 1802

Das Armendirektorium ermahnt Schleiermacher und seinen lutherischen Amtskollegen Klaproth, sich stärker um die Insassen der Irrenanstalt in der Charité zu kümmern.Vgl. Brief 1159 [Schließen]

Um den 22. Februar 1802

Schleiermacher berichtet an F. H. C. Schwarz, der Aufsatz für die „Allgemeine Bibliothek der neuesten theologischen und pädagogischen Literatur“ über Tellers Schrift „Zeichen der Zeit“ liege „schon fast beendigt in meinem Pult“.Vgl. Brief 1162, 5f; der Aufsatz ist nicht erschienen und auch das Manuskript hat sich nicht erhalten [Schließen] Er bietet an, Schwarz' „Erziehungslehre“ für die Erlanger „Litteratur-Zeitung“ zu rezensieren.Vgl. Brief 1162, Zeilen 99f [Schließen]

23. February 1802

Schleiermacher teilt F. S. G. Sack mit, dass er die ihm angebotene Hofpredigerstelle in Stolp annehme.Vgl. Brief *1166 [Schließen]

24. February 1802

Auf Schleiermachers Anregung zu einer mündlichen Aussprache hinVgl. Brief *1168 [Schließen] lädt F. S. G. Sack Schleiermacher für den kommenden Tag zu einem „freundschaftlichen Abendbrot“ ein.Brief *1169 [Schließen]

25. February 1802

Schleiermacher ist zu Gast bei F. S. G. Sack; hierüber berichtet er an Ehrenfried von Willich am 28. Februar, es sei alles „wie sonst“ gewesen „und es war mir zu Muthe als wäre ich so lange verreist gewesen“.Brief 1172, 14f [Schließen] Im gleichen Sinne berichtet er später der Schwester über diesen Besuch und betont, dass er „mit Sack wieder ganz auf dem alten Fuß stehe“; auch sei er seither „schon ein paar mal wieder dagewesen“.Vgl. Brief 1182, 52–68 [Schließen]

28. February 1802

An Ehrenfried von Willich berichtet Schleiermacher, dass Eleonore Grunow den Wunsch geäußert habe, er möchte noch vor seiner Abreise nach Stolp sein Amt an der Charité verlassen, „damit die Scheidung noch vor sich geht“.Vgl. Brief 1172, 16–20 [Schließen]

23. February 1803

Reimer übersendet die Bogen B und C der „Kritik der Moral“.Vgl. Brief 1439, 33–36 [Schließen]

28. February 1803

G.L. Spalding schickt Schleiermacher ein diesem gewidmetes Gedicht („An einen edlen Denker“).Vgl. Brief 1441, 151ff [Schließen]

Februar 1803

Predigt in Stemnitz über Psalm 19,13.SN 52 [Schließen]

1. February 1804

Schleiermacher schickt an Spalding den Schluss der Übersetzung des „Phaidros“, die revidierte Übersetzung des „Lysis“ und die Einleitung zum „Protagoras“.Vgl. Brief *1647 [Schließen] In einem Brief an Reimer äußert Schleiermacher Bedenken gegen die Annahme des Rufes nach Würzburg; u.a. stört ihn die Anwesenheit Schellings dort.Vgl. Brief 1648, 28–58 [Schließen]

11. February 1804

Berufung Schleiermachers zum Professor der theologischen Sittenlehre und der praktischen Theologie an der Universität Würzburg, verbunden mit einem Predigtamt.Vgl. Brief *1655 [Schließen]

Anfang/Mitte Februar 1804

In einem Brief an den Grafen Alexander Dohna äußert Schleiermacher wiederum Bedenken gegen die Nachbarschaft Schellings in Würzburg; er deutet an, dass er eine Schwester (seine Halbschwester Nanny) zur Führung des Haushaltes mit sich nehmen wolle.Vgl. Brief 1659, 20–48 [Schließen]

15. February 1804

Schleiermacher schickt Reimer die Übersetzung des „Protagoras“ mit den philologischen Anmerkungen.Vgl. Brief 1660 [Schließen]

29. February 1804

Schleiermacher nimmt den an ihn ergangenen Ruf nach Würzburg an.Vgl. Brief 1673 [Schließen] Zugleich bittet er Paulus, ihm eine Wohnung zu vermitteln, in die er auch seine Halbschwester Nanny aufnehmen kann.Vgl. Brief 1674, 30–42 [Schließen]

Vor dem 10. März 1804

Schleiermacher bittet seine Stiefmutter, seine Halbschwester Nanny in Würzburg zu sich nehmen zu dürfen und erhält dafür die Zustimmung.Vgl. Brief *1680 und *1681 [Schließen]

3. February 1805

Schleiermacher berichtet an J. C. Gaß, die Verhandlungen mit der Hallenser Domgemeinde über den akademischen Gottesdienst seien vorerst ergebnislos verlaufen. Weiter berichtet er, dass er mit dem Studium der hermeneutischen Lehrbücher begonnen habe; er wolle zusammen mit Gaß etwas über den Zustand des geistlichen Wesens schreiben und ihm seine Aufzeichnungen zur Ethik-Vorlesung mitteilen.Vgl. Brief 1914, 24–35.76–90 [Schließen]

7. February 1805

Schleiermacher berichtet, dass unter den Hallenser Studenten die Lektüre der „Monologen“ Mode geworden sei.Vgl. Brief 1921, 19–22 [Schließen]

10. February 1805

Adolph Müller berichtet: „Willst Du Schleiermacher in seiner ganzen Liebenswürdigkeit kennen lernen, so lies seine Monologen, eine kleine Broschüre. Ich habe ihn ganz darin wieder gefunden, diesen warmen, geistvollen Mann, der immer an sich baut, immer seine Freunde und die Welt aufs liebenswürdigste bedenkt. Ich will ihn in diesen Tagen besuchen, was ich noch immer versäumt habe, da er mich eingeladen hat, und willkommen bin ich ihm schon deswegen, weil ich ihm viel Freude mit meiner Musik gemacht habe, wenn ich mit der Doktorin [Niemeyer] Duetten spielte.“Adolph Müller: Briefe von der Universität, S. 170 [Schließen]

4. February 1806

Schleiermacher berichtet, dass der Minister von Massow alles tun wolle, um Schleiermachers Wünsche zu erfüllen und schon auf Schleiermachers Mitgliedschaft in der Fakultät angetragen habe.Vgl. Brief *2135 [Schließen]

7. February 1806

Schleiermacher wird zum ordentlichen Professor ernannt und damit Fakultätsmitglied.Vgl. die Historische Einführung in KGA I/5, S. XIX–XXI [Schließen]

9. February 1806

In einem Brief an W.C. Müller deutet Schleiermacher an, dass er unter den jetzigen Umständen den Ruf nach Bremen ablehnen werde, sofern die Fakultät sich nicht dagegen sperrt, ihn als Mitglied aufzunehmen.Vgl. Brief 2140 [Schließen]

13. February 1806

W. C. Müller bietet Schleiermacher 100 Reichstaler jährlich als Zulage an, wenn er nach Bremen komme. Er könne aber auch selbst bestimmen, welche Summe er haben wolle.Vgl. Brief 2143 [Schließen]

2. February 1807

Tod Ehrenfried von Willichs; Schleiermacher erfuhr hiervon erst am 23. März.Vgl. Brief 2435, 89–93 [Schließen]

7. February 1807

Schleiermacher berichtet, dass er an einer Augenentzündung leide.Vgl. Brief 2414, 15–19 [Schließen]

8. February 1807

Schleiermacher predigt in Halle.Vgl. Brief 2414, 20–22 [Schließen]

2. February 1808

Zusammen mit dem Mediziner Ludwig Friedrich Froriep publiziert Schleiermacher eine „Anzeige“ in der Nummer 27 der Staats- und Gelehrtenzeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Vgl. ebendort Sp. 7 sowie KGA I/14, S. 93–95. [Schließen] mit der beide in Bezug auf die Mitteilung in der Hallenser Allgemeinen Zeitung vom 18.1.1808 dementieren, sie hätten um eine Wiederanstellung in Halle gebeten und diese nicht gewährt bekommen. Zum historischen Kontext vgl. KGA I/14, S. XLI–XLIV sowie Patsch, „Ein Gelehrter ist kein Hund. Schleiermachers Absage an Halle“, 1985. In einen Brief vom 26.1.1808 an seinen Freund Brinckmann erläutert Schleiermacher seine Haltung zur Wiedereinstellung an der Universität Halle (Brief 2617, 5–22, KGA V/10): „Die Wiederherstellung von Halle hat keinen Einfluß auf mich gehabt. Theils war ich schon abgereist von dort ehe eine ganz bestimmte Aussicht dazu war, theils lebe ich der festen Ueberzeugung daß eine Universität wie sie mir allein wünschenswerth ist und wie sie in Halle anfing sich zu bilden unter den gegenwärtigen Umständen dort nicht bestehen kann, und hatte mich deshalb schon während meines Sommeraufenthaltes hier entschlossen es lieber darauf zu wagen was von den hiesigen Entwürfen zu Stande kommen wird. Nun hat man sogar von Cassel aus erklärt wer am 1ten October nicht in Halle gewesen, solle provisorisch nicht als ein Mitglied der Universität angesehen werden, wodurch denn außer mir auch Wolf und Steffens, Loder Froriep Schmalz Leute verschiedner Art von dort ausgefegt sind, so daß sich Halle nun auf einmal alles fremdartigen Stoffes entlediget den es seit einigen Jahren eingesogen und nun ganz als das Alte wieder auferstehen kann unter der Direction unseres Freundes Niemeier, der nun Gelegenheit haben wird seine peinliche Scheu gegen alles neoterische zu befriedigen und seinen antiuniversitätischen Gedanken freien Lauf zu lassen.“  [Schließen]

21. February 1808

Schleiermacher predigt vormittags laut Tageskalender in der Jerusalemkirche (Lk 8,4–56). Am selben Tag beginnt der Schwedisch-Russische Krieg, russische Truppen fallen in Finnland ein. Schleiermachers schwedischer Freund Carl Gustav von Brinckmann schildert in einem Brief vom 28.4.1808 die politische Lage, die auch seinen Aufenthalt in dem mit Russland alliierten Preußen schwer gestaltet: „Den Verlust von Finnland, welches beinah den 3ten Theil unserer Bevölkerung enthält, können wir nie verschmerzen, und so gewiß wir es hätten vertheidigen können, wenn das Reich nicht von der entgegengesezten Seite nicht noch furchtbarer bedroht worden wäre – so unmöglich dürfte, zum Theil aus der nemlichen Ursache, die Wiedereroberung desselben werden, wenn die Russen sich erst festsezen und alle Vortheile der natürlichen Lage zu benuzen verstehen. Und von welchem Feind werden wir zermalmt? – Von ewigen, beinah unbildbaren, lichtscheuen und rohen Barbaren. Die armen Finnländer; ich kann ohne Thränen nicht an ihr Schicksal denken. – Wie es mir bei all diesen Aussichten zu Mute ist, kannst Du dir ungefehr vorstellen, denn mein persönliches Schicksal hängt auf das Genaueste mit dem öffentlichen zusammen. Daß ich nicht unter dem Unterdrücker meines Vaterlandes fortdienen könnte, versteht sich von selbst, und wenn er mich zu seinem Ersten Minister machen wolte.“ (Brief 2696, 21–36, KGA V/10) In seinem Antwortschreiben nimmt Schleiermacher eine Art Abschied vom Freund, denn die politische Lage stört auch die Möglichkeit zur ungehinderten Korrespondenz (Brief 2719, 45–55, KGA V/10).  [Schließen]

1. February 1808

Schleiermachers Schrift Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende erscheint bei Reimer in Berlin. KGA I/6, S. 15–199, zur Datierung vgl. KGA I/6, S. XVIII. [Schließen] Neben kritischen Reaktionen „Einige Freunde hier haben geurtheilt“, so erläutert Schleiermacher in einem Brief an Brinckmann vom 1.3.1808 „die ganze Schrift überzeuge so sehr davon daß Berlin nicht der Ort für eine Universität sei daß der Anhang den Eindrukk nicht wieder verlöschen könne. Das wäre freilich sehr gegen meine Absicht, und sollte dieser Eindrukk allgemein sein so würde es mir leid thun nicht noch ein Paar Bogen an den Anhang gewendet zu haben. Meine Hauptabsicht indeß war nur den Gegensaz zwischen den deutschen Universitäten und den französischen Spezialschulen recht anschaulich und den Werth unserer einheimischen Form übereinleuchtend zu machen ohne eben gegen die andere direct zu polemisiren. Laß mich doch nun wenn du Zeit findest die kleine Broschüre zu lesen recht aufrichtig wissen wie sie dich afficirt hat, und besonders auch ob du die ganze Schleiermachersche Schwerfälligkeit darin findest oder weniger davon.“ (Brief 2650, 25–37, KGA V/10). [Schließen] finden die Gedanken auch eine sehr positive Rückmeldung, wie z.B. im Brief Blancs an Schleiermacher vom 25.3.1808: „Die gelegentlichen Gedanken habe ich dieser Tage von Schwedschke bekommen und sie nur zu schnell gelesen, doch hätte ich unendlich viel daran zu loben, besonders die durchaus streng historische Deduktion der Formen welche die wissenschaftlichen Vereine aller Art in Deutschland hervorgebracht haben, die herrlichen Winke über gelehrte Ausfuhr und Sperre, Monopolien und was dazu gehört. Besonders hat es mir großes Vergnügen gemacht zu sehen wie Sie, ohne daß Sie darum können gewußt haben die neue Kaiserliche Universal-Universität schon vor ihrer Geburt so schön gewürdigt haben. Ich wüßte aber kaum zu sagen was dem Niemeier in dieser Schrift nicht misfallen sollte, etwa das Kapitel über Akademische Freiheit?“Brief 2692, 38–48, KGA V/10. Auch Metger urteilt in einem Brief vom 26.6.1808 über die Schrift: „Ihre Construction des Wesens und der innern Nothwendigkeit einer Universität hat mir überaus gefallen.“ (Brief 2755, 56 f., KGA V/10).  [Schließen]

12. February 1809

Charlotte Müffling, die Schwester von Schleiermachers Freundin Caroline Wucherer, stirbt unerwartet, und Schleiermacher resümiert am 16.2.1809 an seine Braut Henriette von Willich: „Sie stand mir nicht so nahe als Karoline war auch ganz anders, aber auch ein sehr liebes trefliches Weib. Es ist die zweite Tochter die die Mutter verliert, Karoline und ein Sohn sind nun die einzigen. Ich muß immer daran denken, der Schlag kam mir ganz unerwartet ich hatte gewiß gehofft ihre gute Natur sollte die Krankheit besiegen, und noch den Reisenden die größte Vorsicht empfohlen um sie nicht durch Freude nachtheilig zu erschüttern.“Brief 3084, 65–71, KGA V/11.  [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1808 bis 1811, erarbeitet von Sarah Schmidt und Holden Kelm. In: schleiermacher digital / Chronologie. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S1120194

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