Anfang Januar 1800

Auf einen Brief der Schwester hin, die ihm ihre materielle Lage geschildert hatte,Vgl. Brief 767, 53–79 [Schließen] unterstützt Schleiermacher Charlotte durch die Übersendung eines Geldbetrages.Vgl. Brief *768 [Schließen]

Januar 1800

Schleiermacher teilt F. Schlegel seinen Entschluss mit, die zweite Auflage von J. G. Herders „Gott“ zu rezensieren;Vgl. Brief *784 [Schließen] dieser Plan wird nicht ausgeführt. Zugleich berichtet er dem Freund von seinen poetischen Plänen, die in diesem die Erwartung wecken, „nicht nur einen Roman sondern auch Elegien mit Gottes Hülfe zu erleben“.Vgl. Brief *784 und Brief 791, 79–81 [Schließen]

06. Januar 1800

A. W. Schlegel schlägt Schleiermacher vor, die Rezension von J. G. Herders „Metakritik“ für das Athenaeum zu übernehmen, nachdem F. A. Bernhardi die Fertigstellung der von ihm versprochenen hinausgezögert hatte.Vgl. Brief 769, 27–31 [Schließen] In seinem Antwortbrief an A. W. Schlegel vom 18. Januar stimmt Schleiermacher dem, wenn auch widerstrebend, zu.Vgl. Brief 777, 11–15 [Schließen]

26. Januar 1800

A. L. Hülsen nimmt als erster von Schleiermachers Briefpartnern Stellung zu den „Monologen“, die er als ein in seinem Sinne geschriebenes Gegenstück zu seinen „Naturbetrachtungen“ ansieht; Tadel findet ein Ton in Schleiermachers Weltansicht, der von Verbitterung geprägt sei.Vgl. Brief 780, 11–55 [Schließen]

01. Februar 1800

Schleiermacher und sein lutherischer Kollege an der Charité, Prahmer, werden beim Armendirektorium vorstellig, um materielle Verbesserungen für ihre Aufwärter, die vom Hospital gestellt werden, zu erwirken.Vgl. Brief 788 [Schließen] Dieses Gesuch wird vom Armendirektorium mit der Begründung abgelehnt, dass die Aufwärter als Hospitaliten bereits „in der Anstalt die Wohlthat der unentgeldlichen Verpflegung genießen“.Brief 799 [Schließen]

Februar 1800

Nach einem Bericht an die Schwester Charlotte vom 8. März leidet Schleiermacher bis Mitte des Monats an Kolikschmerzen, wodurch er in seinen Arbeiten sehr zurückgeworfen wurde.Vgl. Brief 798, 93–97 [Schließen]

03. Februar 1800

Friedrich Schlegel berichtet Schleiermacher erstmals detailliert über Verhandlungen mit dem Verleger C. F. E. Frommann über das Projekt einer gemeinschaftlichen Übersetzung des Platon.Vgl. Brief 791, 37–55 [Schließen] Gleichzeitig drängt Schlegel den Freund, sich auf die Naturwissenschaft und Naturphilosophie einzulassen und – statt der Siedlungsgeschichte Neuhollands (Australiens) für den Spenerschen Kalender – ein philosophisches Werk vorzulegenVgl. Brief 791, 85–116 [Schließen]

14. Februar 1800

F. Schlegel erwähnt gegenüber Schleiermacher den Plan eines gemeinsam herauszugebenden philosophischen Journals, das freilich nie zustandekommt.Vgl. Brief 794, 3f; der Plan des Journals wird in Brief 808 vom 10. März konkretisiert; vgl. Zeilen 43–74. Mit Brief *823 ging Schleiermacher auf den Vorschlag des Freundes ein. [Schließen]

27. Februar 1800

Schleiermacher bittet den Verleger J. C. P. Spener darum, in der Mittwochsgesellschaft des I. A. Feßler eine Passage aus Isaac Welds „Travels through the states of North America“ über die Niagara-Fälle vortragen zu dürfen;Vgl. Brief 801 [Schließen] an einer Übersetzung dieses Reiseberichts arbeitete zu dieser Zeit Henriette Herz.

März 1800

Schleiermacher übernimmt geschäftliche Aufträge für Dorothea Veit; u. a. erklärt er sich bereit, einen Kredit zu vermitteln und prüft Wohnungen für einen beabsichtigten (dann doch nicht verwirklichten) Berlinaufenthalt Dorotheas.Vgl. Brief *807 [Schließen]

März 1800

Schleiermacher berichtet seinem Onkel S. Ε. T. Stubenrauch, dass es wegen „Privatangelegenheiten“ zu einer Verstimmung mit seinem Gönner, dem Oberhofprediger F. S. G. Sack, gekommen sei; dieser habe bemängelt, vieles in Schleiermachers „Grundsätzen“ und „Betragen“ sei „nicht nach seinem Sinne“.Vgl. Brief *819. – In dem bekannten, wohl auf Anfang Juni 1801 zu datierenden Brief F. S. G. Sacks an Schleiermacher heißt es rückblickend: „Die Talente, die Ihnen Gott verliehen, die schönen Kenntnisse, die Sie sich erworben, und der rechtschaffene Sinn, den ich an Ihnen wahrnahm, erwarben Ihnen meine Hochachtung und mein Herz; und ließen mich wünschen, daß Sie sich als einen der vertrauteren Freunde meines Hauses ansehen möchten. Es gab nur eine Seite in Ihrer Denkungsweise und in Ihrer Lebensart, die meinen Begriffen und meinem Gefühle von Schicklichkeit entgegen war. Den Geschmack, den Sie an vertrauteren Verbindungen mit Personen von verdächtigen Grundsätzen und Sitten zu finden schienen, konnte ich mit meinen Vorstellungen von dem, was ein Prediger sich und seinen Verhältnissen schuldig ist, nicht vereinen. Sie wissen, daß ich Ihnen einen Zweifel darüber nicht verschwieg, und wenn Sie auch meine Meinung nicht gebilligt haben, haben Sie gewiß meine Offenherzigkeit nicht getadelt“ (Briefe, Bd. 3, S. 276). Hiermit ist wohl vor allem der Umgang mit Friedrich Schlegel und Dorothea Veit sowie der gesellige Verkehr mit Henriette Herz und den gebildeten jüdischen Welt in Berlin gemeint. Die „Reden“ „Über die Religion“, deren Anfang Sack zur Zensur vorgelegen hatte (welcher sogleich auf Schleiermacher als Autor schloss; vgl. Briefe 566, 8ff und 585, 36ff), verstärkten dann die schon bestehenden Spannungen. In dem zitierten Brief wirft Sack Schleiermacher im Zusammenhang mit den „Reden“ Pantheismus und Spinozismus vor, ein Abirren von den christlichen Glaubensgrundsätzen, das notwendig zur Heuchelei auf der Kanzel führen müsse (vgl. Briefe, Bd. 3, S. 276–280; Schleiermachers Antwort ebd., S. 280–286) [Schließen]

10. März 1800

F. Schlegel berichtet über den Abschluss eines Vertrages mit dem Verleger C. F. E. Frommann über die Plato-Übersetzung und fragt an, ob Schleiermacher in der Ankündigung und auf dem Titelblatt des Werkes als Mitübersetzer genannt sein will; er verspricht die baldige Übersendung des Entwurfs einer öffentlichen Ankündigung der Übersetzung.Vgl. Brief 808, 15–42 [Schließen] Zugleich fragt Schlegel, ob er Schleiermacher eine Canzone widmen dürfe.Vgl. Brief 808, 75–79; zu dieser Canzone sind Entwürfe überliefert; einer Widmung an ihn hatte Schleiermacher mit Brief *815 zugestimmt [Schließen]

14. März 1800

C. G. von Brinckmann äußerst sich mit enthusiastischer Zustimmung über Schleiermachers Schrift „Über die Religion“, die er sich erst kürzlich in Hamburg hatte verschaffen können.Vgl. Brief 810 [Schließen]

21. März 1800

Friedrich Schlegel teilt Schleiermacher mit, er habe sich entschlossen, in der Ankündigung der Plato-Übersetzung nur sich selbst zu nennen, um das Publikum nicht „kopfscheu“ zu machen;Vgl. Brief 816, 16–33 [Schließen] hiergegen protestiert Schleiermacher,Vgl. Brief *828 [Schließen] doch war die Ankündigung schon ohne seine Erwähnung als Mitübersetzer in den Druck gegangen.Vgl. Brief 830, 31–59; die veröffentlichte Ankündigung – im Intelligenzblatt der Allgemeinen Literaturzeitung bereits auf den 21. März datiert – nennt Schleiermacher nicht; vgl. den Sachapparat zu Brief 816, 17.30–32. [Schließen]

22. März 1800

In einem Brief an C. G. von Brinckmann stellt Schleiermacher ausführlich seine künftigen literarischen Projekte, besonders auf dem Gebiet der philosophischen Ethik, vor; er äußert seine Freude darüber, dass Brinckmann F. H. Jacobi mit seinen „Reden“ „Über die Religion“ bekanntmachen will und gibt bei dieser Gelegenheit seiner Verehrung für Jacobi Ausdruck.Vgl. Brief 817, 10–80 [Schließen] Tatsächlich zeigte sich Jacobi, wie Brinckmann später zu berichten wußte, wenig beeindruckt von der Lektüre der „Reden“.Vgl. Brief 905 vom 4. Juli 1800 (KGA V/4) [Schließen]

29. März 1800

Bei Henriette Herz findet eine Geburtstagsfeier für Alexander Graf zu Dohna-Schlobitten statt, an der auch Schleiermacher teilnimmt.Vgl. Brief 826, 2ff [Schließen] – In einem Brief an A. W. Schlegel äußert Schleiermacher angesichts der Fortschritte der Jenaer Freunde und Bekannten in der Poesie seine Befürchtung, „allein im Gebiet der Prosa zurükzubleiben“.Vgl.Brief 825, 21ff [Schließen]

Wohl Anfang April 1800

In einem – nicht überlieferten – Brief an Schleiermacher legt Dorothea Veit ihm dar, weshalb sie sich nicht taufen und mit Friedrich Schlegel trauen lassen wolle.Vgl. Brief *831 [Schließen] Hierauf antwortet Schleiermacher in einem ebenfalls nicht überlieferten Brief, wobei er erklärt, er könne die von Dorothea vorgetragenen Gründe nicht respektieren.Vgl. Brief *839 [Schließen] In ihrem Brief vom 11. April präzisiert Dorothea noch einmal, dass sie bei dem Verlassen der jüdischen Glaubensgemeinschaft und einer Wiederverheiratung jeden Einfluß auf die Erziehung des bei ihr lebenden Sohnes Philipp Veit verlieren und ihn dem Vater übergeben müsste; dagegen beabsichtige sie, Philipp in eine Pensions-Anstalt zu geben und sich dann taufen und trauen zu lassen: „Aber unter keiner andern Bedingung, als daß Sie beyde Handlungen verrichten“.Vgl. Brief 840, 15ff [Schließen]

Anfang April 1800

Friedrich Schlegel wird durch Schleiermachers Mitteilung überrascht, der Verfasser der „Monologen“ zu sein.Vgl. Brief *832 und Brief 833, 1–46 [Schließen] Dieser hatte ihm – wohl schon Anfang des JahresVgl. die Anmerkung zu Brief 833, 1–10 [Schließen] – zwei Exemplare zugesandt, ohne sich als Autor zu erkennen zu geben. Schlegel hatte das Buch ebensowenig wie die anderen Jenaer Freunde beachtet und schließlich an Schleiermacher zurückgeschickt.

April 1800

Schleiermacher schickt weiteres Manuskript seiner „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde" nach Jena und bittet Dorothea Veit, den vierten Brief besonders zu lesen und hierzu Verbesserungsvorschläge zu machen.Vgl. Brief *853 [Schließen]

04. April 1800

Mit dem Hinweis, Caroline Schlegels Krankheit verbiete „alles dreiste Reden“ und nötige sie zu diplomatischer Rücksichtnahme, deutet Dorothea Veit erstmals die Auseinandersetzungen im Jenaer Romantikerkreis an, die durch die Trennung Carolines von A. W. Schlegel und ihre Verbindung mit Schelling entstanden.Vgl. Brief 829, 53–72 [Schließen] Friedrich Schlegel äußert seine Zustimmung zu dem ihm übersandten Manuskript der „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde“ und erblickt darin einen Hinweis auf die Form des von Schleiermacher geplanten Romans.Vgl. Brief 830, 13–30 [Schließen]

12. April 1800

In einem Brief an August Wilhelm Schlegel erklärt Schleiermacher seine Bereitschaft, an dem projektierten Rezensionsorgan („Kritische Jahrbücher“) mitzuarbeiten, das – in Konkurrenz zur Jenaer „Allgemeinen Literaturzeitung“ – in Verbindung mit anderen Gelehrten die kritischen „Notizen“ im Athenaeum nach der Einstellung dieser Zeitschrift fortsetzen soll.Vgl. Brief 843, 2–42 [Schließen] Ähnliche Projekte verfolgten, zum Teil unabhängig voneinander, auch Schelling und Fichte, ohne dass eines von ihnen in der Folge realisiert werden konnte.Vgl. die Darstellung bei O. Fiebiger: Fichtes Kritische Pläne; Fichtes Plan eines „kritischen Instituts“ ist unten in der Anmerkung zu Brief 848, 7–14 abgedruckt. In diesem Brief distanziert sich A. W. Schlegel bereits deutlich von Fichtes Vorschlägen [Schließen]

Ende April 1800

Schleiermacher spricht sich in einem Brief gegen Dorothea Veits Plan aus, heimlich die christliche Taufe zu empfangen und sich mit Friedrich Schlegel trauen zu lassen.Brief *853; vgl. Brief 840, 15–57 (KGA V/3). Taufe und Trauung mussten dem geschiedenen Mann Dorotheas, Simon Veit, verborgen bleiben, da dieser sonst die Rückgabe des jüngsten Sohnes, Philipp Veit, beanspruchen konnte, welcher bei Dorothea lebte. [Schließen]

Wohl Ende April/Anfang Mai 1800

Auf der Durchreise von Stettin nach Breslau, wo er eine neue Stellung als Apotheker antritt, besucht Karl Schleiermacher den Bruder in Berlin.Hierüber berichtet Schleiermacher der Schwester in Brief 862, 21–30 [Schließen]

22. April 1800

In einem Brief an C. G. von Brinckmann kritisiert Schleiermacher die „erkünstelte Begeisterung der Religion“ in A. W. Schlegels Gedichten.Vgl. Brief 847, 83–102 [Schließen]

27. April 1800

Vormittagspredigt im Invalidenhaus über Rom. 8, 15 und Betstunde über Ps. 10, 10–12; Nachmittagspredigt in der Charité über Joh. 21, 21–23.Vgl. Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 48–51, Nr. 34–36. – Zu den Predigten vgl. das Kalendarium der gedruckten Predigten in Wichmann von Meding: Bibliographie der Schriften Schleiermachers, S. 331–342 [Schließen]

28. April 1800

Dorothea Veit kündigt Schleiermacher an, dass der Druck der „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde“ noch am selben Tage bei Frommann in Jena beginnen werde.Brief 854, 10–15 [Schließen] Der Druck erfolgte im Auftrag des Lübecker Verlegers Friedrich Bohn.

Mai bis Juli 1800

Im Auftrag Dorothea Veits und Friedrich Schlegels bemüht sich Schleiermacher um eine Regelung ihrer persönlichen Verhältnisse.Vgl. z.B. Briefe 854, 53–65; 861, 54–59; *866; 867, 194–220; *871; *872; 874, 47–57; *875; 876, 21–43; 881; 888, 2–47; *892; 895, 36–60; 904, 59–75 [Schließen] Dabei geht es vor allem darum, mit Dorotheas geschiedenem Mann, Simon Veit, sowie ihrer Mutter, Fromet Mendelssohn, eine Obereinkunft hinsichtlich der Verbindung mit Schlegel und der Erziehung der Kinder zu treffen. Die aus den vorliegenden Briefen nur punktuell greifbar werdenden Unterhandlungen zogen sich bis Anfang Juli hin, bis F. Schlegel schließlich am 7. Juli meldet, nach dem jüngsten Brief von Simon Veit sei ein Einlenken von ihm gar nicht mehr zu erwarten.Vgl. Brief 907, 15f [Schließen]

Mai/Juni 1800

Schleiermacher besucht chemische Vorlesungen bei Martin Heinrich Klaproth.Vgl. Brief 862, 114–119 sowie die Aufzeichnungen hierzu in KGA I/3, S. 103–128. Zu den Vorlesungen selbst vgl. den gesonderten Abschnitt der Einführung in KGA V/4 [Schließen]

Anfang Mai 1800

Schleiermacher erklärt, dass er die seit langem geplante „Kritik der Moral“ als selbständige Schrift erscheinen lassen wolle und nicht im Rahmen des zusammen mit F. Schlegel projektierten Philosophischen Journals.Brief *860; die „Kritik der Moral“ erschien 1803 im Verlag der Realschulbuchhandlung Berlin (G. A. Reimer) unter dem Titel „Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre“ [Schließen]

Vor dem 15. Mai 1800

Schleiermacher äußert gegenüber D. Veit und F. Schlegel seine Unzufriedenheit mit seinen „Vertrauten Briefen über Friedrich Schlegels Lucinde“.Brief *866 [Schließen]

03. Mai 1800

In einem Brief an August Wilhelm Schlegel spricht sich Schleiermacher für dessen Plan aus, unter seiner Redaktion eine literaturkritische Zeitschrift („Notizen“) im Anschluss an das Athenaeum herauszugeben; zugleich drängt er ihn, die beabsichtigte, aber nie zustandegekommene Kritik an Wieland ohne Rücksicht auf eine Fortsetzung des Athenaeum fertigzustellen. – Dem Beispiel des Jenaer Freundeskreises folgend, erklärt Schleiermacher, er wolle sich auch in poetischen Versuchen üben, „aber ich werde wol noch lange, wo nicht immer an der Prosa kleben“.Brief 858, 31f; zu den poetischen Versuchen und ihrer Motivierung durch die Jenaer Freunde vgl. zusammenfassend Hermann Patsch: „Alle Menschen sind Künstler“. [Schließen]

04. Mai 1800

Vormittag Betstunde über Ps. 13, 6; Nachmittagspredigt in der Charité über Rom. 8, 7.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 51–53, Nr. 37.38 [Schließen]

05. Mai 1800

Friedrich Schlegel äußert seine Befriedigung über die letzten Teile des Manuskripts der „Vertrauten Briefe“ und berichtet über die Auflagenhöhe (750 ExemplareDie Auflagenhöhe ist bei Meding: Bibliographie, Nr. 1800/7 nicht angegeben [Schließen]) und das beabsichtigte Honorar. Er schreibt, dass er Jean Paul bei dessen bevorstehendem Berlin-Aufenthalt einen Besuch bei Schleiermacher empfohlen habe.Brief 861, 27–40; zum Zusammentreffen Schleiermachers mit Jean Paul vgl. Brief 862, 154–167. [Schließen]

07. Mai 1800

Betstunde über Ps. 32, 5; Nachmittagspredigt im Invalidenhaus über Hebr. 12, 5–6.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 54–57, Nr. 39.40 [Schließen]

10. Mai 1800

Im Intelligenzblatt der Allgemeinen Literaturzeitung äußert sich der Herausgeber C. G. Schütz polemisch-kritisch über Schleiermachers (anonym publizierte) Garve-Rezension im Athenaeum.Vgl. Brief 868, 23–25; die Rezension in Athenaeum 3, 1 (1800), S. 129–139 (KGA I/3, S. 65–72). [Schließen]

11. Mai 1800

Nachmittagspredigt in der Dreifaltigkeitskirche über 1. Kor. 10, 13.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 57–60, Nr. 41 [Schließen]

14. Mai 1800

Eine von Schleiermacher geplante Zusammenkunft im Freundeskreis anläßlich des Jahrestages seiner Rückkehr vom Potsdam-Aufenthalt kommt wegen Erkrankungen Eleonore Grunows und Henriette Herz' nicht zustande.Vgl. Brief 862, 59–70; bemerkenswert ist die Rede von der Potsdamer Zeit als „einem sehr einsam und traurig verlebten Vierteljahr“ [Schließen]

15. Mai 1800

Dorothea Veit berichtet Schleiermacher ausführlich über die Verwicklungen im Jenaer Freundeskreis anläßlich der Trennung Carolines von A. W. Schlegel.Brief 867 [Schließen] Zugleich meldet sie, dass der Druck der „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde“ bis Bogen E fortgeschritten sei, den sie zur Korrektur erwarte; die Schriftgröße des Drucks erscheine ihr als zu klein.Brief 867, 19–24 [Schließen] Hieraus ist zu schließen, dass Dorothea – allein oder zusammen mit F. Schlegel – das Korrekturlesen und die Überwachung des Drucks übernommen hatte

18. Mai 1800

Vormittags und nachmittags Predigten im Invalidenhaus über Jak. 1, 22–27 bzw. Rom. 13, 5; zusätzlich vormittags Betstunde über Ps. 24,1.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 61–65, Nr. 42–44 [Schließen]

Wohl gegen Ende Mai 1800

Schleiermacher fordert F. Schlegel auf, sein Urteil über Form und Stil der „Monologen“ abzugeben.Brief *873. Diese Aufforderung muss wohl im Zusammenhang mit den poetischen Plänen Schleiermachers gesehen werden; so hatte Dorothea Veit die „Vertrauten Briefe“ im Blick auf Schleiermachers geplanten Roman beurteilt (vgl. Brief 867, 14–16.26–29) [Schließen] In demselben – nicht überlieferten – Brief äußert er Bedenken gegenüber Schlegels Sonett „Die Reden über die Religion“. Er erwähnt seinen erst aus dem Nachlass publizierten Dialog „Über das Anständige“ sowie einen geplanten Essay (?) über die „negative und positive Ansicht der Gottheit“. Im Rahmen der gemeinsam mit F. Schlegel unternommenen Plato-Übersetzung wünscht er, die Dialoge „Philebos“ sowie „Lysis“ oder „Charmides“ zu übersetzen.Brief *873 [Schließen] Mit seinem Antwortbrief schickt Schlegel Aushängebogen der „Vertrauten Briefe“ und kündigt an, dass der Druck „morgen“ beendet sein werde.Brief 874, 1f; die letzten Aushängebogen erhielt Schleiermacher mit Brief 876 vom 2. Juni [Schließen] Er berichtet über Schellings Streit mit der Allgemeinen Literaturzeitung und akzeptiert Schleiermachers Wünsche hinsichtlich der Plato-Übersetzung und der Engel-Rezension.

22. Mai 1800

Vormittagspredigt im Invalidenhaus über Mk. 16, 14–20; Betstunde über Joh. 17, 24; Nachmittagspredigt in der Charité über Mt. 28, 20.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 65–69, Nr. 45–47 [Schließen]

26. Mai 1800

Bei einer Landpartie mit Markus Herz macht Schleiermacher die Bekanntschaft Johann Rudolf von Bischoffwerders, der zur Zeit Friedrich Wilhelms II. als der eigentliche Regent Preußens galt. Mit Schleiermacher unterhält er sich vor allem über Erziehung.Brief 862, 139–154; die dort – bezogen auf den 3. Juni – gebrauchte Formulierung „vor acht Tagen“ bezeichnet üblicherweise eine Woche, also in diesem Falle den Dienstag der vergangenen Woche (27.5.). Tatsächlich sind hier aber wirklich acht Tage gemeint, da Schleiermacher am 27. Briefe schreibt und in Berlin spazierengeht (Brief 869, 2), was am Ausflugstag unmöglich gewesen wäre. [Schließen]

27. Mai 1800

Schleiermacher berichtet A. W. Schlegel, dass er nun an der Rezension von J. G. Fichtes „Die Bestimmung des Menschen“ arbeite und schlägt zugleich vor, eine Rezension über den dritten Teil von J. J. Engels „Der Philosoph für die Welt“ zu verfassen.Vgl. Brief 868, 14–23 [Schließen] – In demselben Brief äußert er seine Bewunderung für A. W. Schlegels Gedichte und bekennt, dass die Lektüre ihm keinen Mut für eigene poetische Versuche gemacht habe.Brief 868, 42–57 [Schließen] In einem Brief an Carl Gustav von Brinckmann äußert sich Schleiermacher ausführlich über den Stil der „Monologen“.Brief 869 [Schließen]

Anfang Juni 1800

Erste Begegnung mit Jean Paul.Brief 862, 154–167; in Brief 883, 39–82 äußert sich Schleiermacher gegenüber C. G. von Brinckmann ausführlich über seine Eindrücke von Jean Paul und insbesondere über dessen philosophische Positionen gegenüber Fichte und der Frühromantik [Schließen]

01. Juni 1800

Vormittag Betstunde über Ps. 143, 10; Predigt in der Charité über Apg. 2, 16–21.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 70–73, Nr. 48–49 [Schließen]

02. Juni 1800

Vormittag Betstunde über Apg. 2, 37; Nachmittagspredigt in der Charité über Apg. 2, 39.Schleiermacher: Predigtentwürfe, S. 73–75, Nr. 50–51 [Schließen] Die letzten Aushängebogen der „Vertrauten Briefe“ werden an Schleiermacher geschickt.Brief 876 [Schließen] Dorothea berichtet, dass die fertigen Exemplare sämtlich nach Leipzig gegangen und die Vorzugsexemplare auf Velinpapier noch nicht fertiggestellt seien.

03. Juni 1800

Schleiermacher unternimmt mit Freunden einen Ausflug nach Oranienburg, um dort seinen Freund Georg Wilhelm Bartholdi aus Stettin zu treffen.Brief 862, 129–139 [Schließen]

07. Juni 1800

Schleiermacher klagt gegenüber der Schwester, dass er fast alle Amtsgeschäfte seines lutherischen Kollegen Johann Georg Wilhelm Prahmer übernehmen müsse, der demnächst eine Stelle in Ahrensfelde antrete; auch habe er für den erkrankten Prediger am Invalidenhause, August Christan Wilhelm Grunow, Predigten übernehmen müssen. Zudem leide er an Kolik und Zahnschmerzen.Brief 862, 120–125 [Schließen] Schleiermacher trifft Rahel Levin, die ihm über C. G. von Brinckmanns Befinden berichtet.Vgl. Brief 883, 2–6 [Schließen]

09. Juni 1800

A. W. Schlegel ermuntert Schleiermacher zu poetischen Versuchen; er berichtet über das Projekt der „Kritischen Jahrbücher der Deutschen Literatur“ und bittet Schleiermacher um seine Stellungnahme.Brief 882 [Schließen]

16. Juni 1800

Dorothea Veit teilt Schleiermacher ausführlich ihre Eindrücke bei der Lektüre der „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde“ mit.Brief 888, 69–113 [Schließen] – Sie beauftragt ihn, ökonomische Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Auflösung ihres Berliner Haushalts zu regeln, womit Schleiermacher auch in der Folge noch vielfach beschäftigt ist.Brief 888, 149–208; vgl. Briefe 898, 18–27; 907, 1–12. 47–62; 913; 919, 33–36; 935, 120–162; 948, 2–45; 957 [Schließen] Friedrich Schlegel schreibt, Schleiermachers Aufforderung entsprechend, über den Stil der „Monologen“.Brief 889 [Schließen] In einem Brief an Schleiermacher in Redaktionsangelegenheiten des zweiten Stücks des „Athenaeum“ teilt A. W. Schlegel mit, dass dies das letzte Stück der Zeitschrift sein werde. Zugleich äußert er seine Hoffnung auf eine Fortsetzung des „kritischen Terrorismus“ in den geplanten Jahrbüchern für Kritik.Brief 890 [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie - 1800, erarbeitet von Andreas Arndt, Wolfgang Virmond und Johann Gartlinger (Elektronische Erfassung). In: schleiermacher digital / Chronologie, hg. v. den Schleiermacher-Forschungsprojekten. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/S9939861 (Stand: 26.7.2022)

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Chronologie

Die Chronologie erschließt und kommentiert das Leben und Werk Schleiermachers und ist derzeit für die Jahre 1768 bis 1814 verfügbar. Neben den nach Datum sortierten Chronologien einzelner Jahre können kurze Jahresüberblicke über die obere Menüleiste aufgerufen werden. Die Jahrgänge 1768–1795 und 1796–1807 sind als zusammenhängende Überblicke gegeben, ab dem Jahr 1808 bis zum Jahr 1811 existiert für jedes Jahr ein separater Jahresüberblick.


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