17. Mai 1783

Nach einem nochmaligen Gesuch des Vaters um Aufnahme der Söhne in Niesky entscheidet das Los für diesen Antrag. — Charlotte wird es vorläufig nicht gestattet, in Gnadenfrei zu wohnen; sie wird in der Zwischenzeit bei der Familie von Tschirschky in Mittel-Peilau aufgenommen, bis sie am 24. August die Erlaubnis erhält, in Gnadenfrei zu wohnen.

17. November 1783

Tod der Mutter in Cosel.Vgl. Wackwitz, Schleiermacheriana 143 [Schließen]

17. September 1785

Aufbruch nach Barby, wo die Kandidaten am 22. September eintreffen.

17. Juni 1793

Ankunft in Drossen bei dem Onkel Stubenrauch.

17. Januar 1801

Dorothea Veit übersendet Schleiermacher Exemplare ihres Romans „Florentin“; sie legt ihm und F. Schlegel ans Herz, sich nicht weiter auf eine „Recensionsanstalt“ einzulassen, sondern der Arbeit an der Platon-Übersetzung ungeteilte Aufmerksamkeit zuzuwenden.Vgl. Brief 1014, 2–7.40–56 [Schließen] Betstunde bei den Männern in der Charité über Psalm 55, 7f.BBAW, SN 53 [Schließen]

17. April 1801

F. Schlegel protestiert dagegen, dass A. W. Schlegel und Schleiermacher Novalis' Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ für die posthume Publikation von fremder Hand vollenden lassen wollen.Vgl. F. Schlegel: Briefe an seinen Bruder, S. 477 [Schließen]

17. September 1801

In einem Brief an A. W. Schlegel beklagt sich Schleiermacher erneut über Friedrich Schlegels mangelnden Einsatz für die Platon-Übersetzung und bittet, darauf hinzuwirken, dass ihm seine Übersetzungen des „Phaidros“ und des „Protagoras“ nebst Anmerkungen zu einer erneuten Durchsicht mit Heindorf wieder nach Berlin zurückgeschickt werdenBrief 1097, 29–59 [Schließen]. Zugleich teilt Schleiermacher mit, dass seine Rezension der „Charakteristiken und Kritiken“ – wohl an demselben TageBrief 1098 [Schließen] – nach Erlangen abgegangen sei.Brief 1098, Zeile 81 [Schließen] In dem Begleitbrief zu dieser Manuskriptsendung schlägt er aufgrund von Arbeitsüberlastung als Rezensenten für die Shakespeare-Übersetzungen Eschenburgs und A. W. Schlegels Ludwig Tieck vor; dagegen erklärt er sich bereit, die Rezension von Pörschkes Schrift über „Macbeth“ zu übernehmen.Vgl. oben unter dem 12. August [Schließen]

17. November 1801

Schleiermacher schickt das Manuskript seiner Rezension von Engel: „Herr Lorenz Stark“ an G. E. A. Mehmel in Erlangen.Vgl. Brief 1123 [Schließen]

17. Februar 1802

Das Armendirektorium ermahnt Schleiermacher und seinen lutherischen Amtskollegen Klaproth, sich stärker um die Insassen der Irrenanstalt in der Charité zu kümmern.Vgl. Brief 1159 [Schließen]

17. März 1802

Schleiermacher berichtet der Schwester über den Ruf nach Stolp und auch die finanzielle Seite dieser Veränderung. Demnach betrug das Jahresgehalt in Stolp – „Wohnung und alles miteingerechnet“ – 630 Reichstaler und davon könne er, wie in Berlin, „nur mit Hülfe andrer Arbeiten so eben auskommen“, d. h. vor allem mit Hilfe literarischer Unternehmungen. Allein für die Kosten der Vocation (u. a. 20 Reichstaler für den Titel eines Hofpredigers), die Reise und die erste Einrichtung veranschlagte Schleiermacher 500 Reichstaler.Vgl. Brief 1182, 17–34.47f [Schließen]

17. Oktober 1802

Predigt über Matthäus 5, 20.SN 54, Bl. 52 [Schließen]

17. Juli 1803

Predigt über Psalm 12,2.SN 52 [Schließen]

17. Dezember 1804

Schleiermacher teilt seinem Freund J. C. Gaß den Plan zu einem dreijährigen exegetischen Kurs mit, den er im Herbst 1805 eröffnen wolle. Auf ein Semester Hermeneutik solle eine einjährige, kursorische Lektüre des Neuen Testamentes folgen. Im vierten Semester möchte er „ein historisches und ein didaktisches Buch statarisch durchgehn“ und dann ein Jahr Übungen anschließen. Zur Vorbereitung bittet Schleiermacher Gaß, ihn über Literatur zur Hermeneutik zu informieren. In demselben Brief kündigt Schleiermacher an, er wolle nach einer Wiederholung seiner Ethik-Vorlesung einen Grundriß drucken lassen.Vgl. Brief 1881, 34–62 [Schließen]

17. März 1805

Schleiermacher hält – nur anderthalb Stunden nach seiner RückkehrVgl Brief 1941, 6–9 [Schließen] – die Gedächtnispredigt für die am 25.2.1805 verstorbene Witwe Friedrich Wilhelms II., Friederike Louise, geb. Prinzessin von Hessen-Darmstadt; Predigttext ist Offenbarung 14, 13.Die Predigt ist nicht überliefert. Vgl. Hermann Hering: Der akademische Gottesdienst, S. 166 f. Weitere Ausführung zu der Predigt finden sich in KGA V/8, S. XXII f. [Schließen]

17. April 1805

C. B. Hering berichtet von einem in Stolp seit 6 Wochen verbreiteten Gerücht, Schleiermacher werde wegen freisinniger Äußerungen auf der Kanzel verfolgt.Vgl. Brief 1957, 19–30 [Schließen]

17. Januar 1806

Schleiermacher berichtet, dass von Beyme sich für die Erfüllung seiner Wünsche einsetzen wolle.Vgl. Brief *2123 [Schließen]

17. Oktober 1806

Eroberung Halles durch französische Truppen;Vgl. dazu den Bericht in Steffens: Was ich erlebte, Bd. 5, S. 190–200. In KGA V/9, S. XXIV f. finden sich dazu weitere Ausführungen. [Schließen] Schleiermacher zieht mit seiner Halbschwester zu Steffens, um den Haushalt gemeinsam günstiger führen zu können.Vgl. Briefe 2356, 45–53 und 2323, 45–55. − Vgl. auch Steffens: Was ich erlebte, Bd. 5, S. 216–218: „Schleiermachers wie meine Lage war nun freilich bedenklich genug. Unser Gehalt war mit dem ersten November fällig, und das von vergangenen Monaten völlig aufgezehrt. Die Vorlesungen aber, die eben anfangen sollten, hatten ein bedeutendes Honorar schon jetzt in unsere Hände gebracht. Ich hatte in meinem Besitz über 80 Louisd’or. Daß ich, nach meiner Gesinnung, und da ich die Auszahlung des Gehalts erwartete, an keine Geldverlegenheit dachte, ist begreiflich. Nun aber meldeten sich alle meine Zuhörer und ich mußte mich glücklich schätzen, daß ich die Summe nicht angerührt hatte, und einen Jeden zufrieden stellen konnte. Ich behielt etwa 10 Rthlr. übrig, und Schleiermacher auch nicht mehr. Durch Freunde aus der Ferne irgend Etwas zu erhalten, war vors Erste unmöglich. Die französischen Heere hatten sich gegen Osten und Norden immer weiter verbreitet, der Krieg schnitt uns von Verwandten und Freunden völlig ab. Wir entschlossen uns nun, die kleine Summe, über die wir zu gebieten hatten, vereint zu benutzen, und eine gemeinschaftliche Wirthschaft zu führen. Schleiermacher bezog meine kleine beschränkte Wohnung. Meine Frau mit ihrem Kinde und Schleiermachers Schwester bewohnten eine kleine enge Kammer, die an eine größere Stube grenzte; ebenso schlief ich mit meinem Freunde in einer ähnlichen Kammer, und ein Jeder verfolgte seine Studien und Arbeiten in einer gemeinschaftlichen Stube. In einer Ecke meines Studirzimmers hat Schleiermacher seine Schrift über den ersten Brief Pauli an Timotheus ausgearbeitet. Wir lebten in der größten Dürftigkeit, sahen wenige Menschen, verließen fast nie das Haus, und als das Geld ausging, verkaufte ich mein Silberzeug. Obgleich wir nun so höchst kümmerlich lebten, so war unsere Stimmung keineswegs niedergedrückt. Es war die feste Ueberzeugung, daß von jetzt an das Schicksal des Landes in der unveränderlichen und festgehaltenen Gesinnung eines jeden Bürgers liege, die uns erhob und stärkte, und wir konnten trotz unserer Armuth, wie gewöhnlich, die Freunde und Jünglinge, die den Muth hatten, die Stadt nicht zu verlassen, den Abend an unserem Theetisch versammeln. Wir hatten kurz vorher uns mit Thee und Zucker auf eine lange Zeit versorgt; von Reichardts Verleger in Hamburg lief eine Sendung von Rum ein, die ich in unserm Feldlager für gute Beute erklärte. Hier erschienen: Harscher, Müller, v. Marwitz, v. Varnhagen und Freund Blanc, Prediger bei der französischen Gemeinde in Halle. Letzterer hatte sich eng an Schleiermacher und mich angeschlossen, hatte unsere Vorträge besucht und war sowohl durch Geist, wie durch Gesinnung einer meiner genauesten Freunde geworden.“ [Schließen]

17. April 1807

Schleiermacher teilt mit, dass er sich entschlossen habe, während seines beabsichtigten Aufenthaltes in Berlin doch bei Reimers zu wohnen.Vgl. Brief 2462, 6–9 [Schließen]

17. April 1808

Schleiermacher predigt vormittags in der Dreifaltigkeitskirche (Röm 6,3–5) „Wo unser Leben dem Leben der Auferstehung Jesu gleichen soll“. Vgl. KGA III/3, S. 903–914. [Schließen]

17. Dezember 1808

Wilhelm von Humboldt wird zum Leiter der Sektion des Kultus und des öffentlichen Unterrichts im preußischen Innenministerium berufen. Vgl. Wolfes, Öffentlichkeit und Bürgergesellschaft , 2004, S. 264.  [Schließen]

17. Juni 1810

Schleiermacher predigt laut Tageskalender nachmittags in der Dreifaltigkeitskirche (Apg 2,43). Der Druck weist die Predigt vormittags aus, vgl. KGA III/4, S. 112–116.  [Schließen]

17. November 1810

Schweden erklärt Großbritannien den Krieg.

17. Dezember 1810

Schleiermacher reicht einen Bericht zur Tätigkeit der Wissenschaftlichen Deputation ein. Vgl. KGA II/12, S. XXI f.  [Schließen]

17. Januar 1811

Schleiermachers jüngste Veröffentlichung, die Kurze Darstellung des theologischen Studiums , wird von seinen Kollegen wahrgenommen. Als erster in diesem Jahr gratuliert Philipp Wilhelm Wolf, Superintendent in Zossen, zu diesem Buch, das einen Grundriss von Schleiermachers System der theologischen Disziplinen enthält und eine Orientierungshilfe für die Hörer seiner theologischen Vorlesungen bieten soll.Brief 3578, 3–6, KGA V/12 [Schließen]

17. September 1811

Schleiermacher erreicht am vierten Tag seiner Reise das schlesische Löwenberg und bricht nachmittags nach Hirschberg auf, von wo aus er seiner Frau Henriette schreibt, die Reise sei bislang ohne jeden Unfall glücklich verlaufen, er habe aber seine Geschäfte nicht ausrichten können, weshalb eine Übernachtung eingelegt worden sei. Seiner Reisebegleiterin Luise von Willich, die den Winter bei den Schleiermachers verbracht hatte, ergehe es gut; auch von einem Besuch bei seinem Bruder Carl ist die Rede.Vgl. Brief 3684, KGA V/12 [Schließen] Im nächsten Brief an Henriette vom 21. September berichtet Schleiermacher von gemeinsamen Ausflügen ins Riesengebirge zum Kochelfall und auf die Schneekoppe sowie von der Abreise Luise von Willichs. Er selber gedenke über Gnadenfrei, wo er seine Schwester Charlotte besuchen wolle, nach Breslau weiterzureisen.Vgl. Brief 3686, KGA V/12 [Schließen]

17. Mai 1812

Taufe im Hause Reimer in der Kochstr. 16.Vgl. KGA III/1, S. 847, in diesem Jahr wurde allerdings kein Kind von Reimer geboren. [Schließen]

17. März 1813

Das Korps des preußischen Feldmarschalls Ludwig Yorck von Wartenburg hält Einzug in Berlin. „Und während am 17. März das Yorksche Korps seinen umjubelten Einzug in Berlin hielt, übergab Hardenberg in Breslau dem französischen Gesandten St. Marsan die Note, die der Kriegserklärung gleichkam.“Büsch (Hg.): Handbuch der preussischen Geschichte, 1992, S. 51. [Schließen] Mit dem Aufruf „An Mein Volk“ wendet sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. am selben Tag an seine Untertanen und bittet um Unterstützung für den Kampf gegen Kaiser Napoleon I.Vgl. Büsch (Hg.): Handbuch der preussischen Geschichte, 1992, S. 56. [Schließen]

17. Mai 1813

Schleiermacher schreibt an seine Frau Henriette über die unruhige Lage in Berlin: „Diese Eile, meine liebste Jette, ist veranlaßt worden durch üble Nachrichten die sich heute früh verbreiteten. Es hieß Bülow werde von großer Uebermacht sehr gedrängt und sei auf eiligem Rükzuge, habe auch seine Frau reisen heißen.“Brief 3870, 113–116, KGA V/12. [Schließen]

17. Dezember 1813

An Luise von Willich schreibt Schleiermacher in einem Brief von seiner schwierigen persönlichen Lage, vor allem in Bezug auf seine Arbeitstätigkeiten: „Ich arbeite schwerfällig, Alles geräth langsam und saftlos. So ist’s mit meinem Predigen und Colegienlesen und mit allem Andern. Ich komme aus der Kirche und Niemand sagt mir, dass er besonders ergriffen gewesen ist, und es ist auch Niemand anzumerken; die jungen Leute werden nicht mehr so angezogen; in Gesellschaft bin ich unzufrieden, so dass ich mich auch scheue, irgendwohin zu gehen.“Brief 4003, 16–21, KGA V/13. [Schließen]

17. September 1814

Nach Stationen in Frankfurt am Main, Darmstadt, Heidelberg, Würzburg, Bamberg, Coburg, dem Thüringer Waldgebirge, Rudolstadt, Schwarzburg, Jena und Halle ist Schleiermacher mit seiner Frau seit einer Woche zurück in Berlin und berichtet in einem ausführlichen Brief an Luise von Willich: „Da sind wir wieder, liebe Luise seit beinahe 8 Tagen von unsrer herrlichen Reise zurück. Wir sind sehr begünstigt gewesen durch meine Gesundheit sowohl und durch das Wetter. Ich habe mich die ganze Zeit im Bade sowohl als auf der Reise so wohl befunden, daß ich mich – außer mehrerer schlesischen Reisen und der Zeit bald hernach – keiner gesundern Zeit seit meiner Jugend zu erinnern weiß“.Brief 4071, 1–6, KGA V/13. [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1768 bis 1814. In: schleiermacher digital / Chronologie, hg. v. den Schleiermacher-Forschungsprojekten. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/chronologie (Stand: 26.7.2022)

Chronologie

Die Chronologie erschließt und kommentiert das Leben und Werk Schleiermachers und ist derzeit für die Jahre 1768 bis 1814 verfügbar. Neben den nach Datum sortierten Chronologien einzelner Jahre können kurze Jahresüberblicke über die obere Menüleiste aufgerufen werden. Die Jahrgänge 1768–1795 und 1796–1807 sind als zusammenhängende Überblicke gegeben, ab dem Jahr 1808 bis zum Jahr 1811 existiert für jedes Jahr ein separater Jahresüberblick.


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