15. Juli 1790

Schleiermacher hält im Dom die Probepredigt und erlangt darauf am 31. Juli die Erlaubnis, in den Preußischen Landen zu predigen. Durch Vermittlung F. S. G. Sacks erhält er schließlich eine Stelle beim Grafen zu Dohna-Schlobitten.

15. April 1799

Schleiermacher teilt Henriette Herz mit, dass er „Morgens ein halb zehn Uhr“ das Manuskript seiner „Reden“ „Über die Religion“ abgeschlossen habe; eine ursprünglich geplante Vorrede werde er nicht schreiben.Vgl. Brief 629, 18–21 [Schließen]

15. Mai 1800

Dorothea Veit berichtet Schleiermacher ausführlich über die Verwicklungen im Jenaer Freundeskreis anläßlich der Trennung Carolines von A. W. Schlegel.Brief 867 [Schließen] Zugleich meldet sie, dass der Druck der „Vertrauten Briefe über Friedrich Schlegels Lucinde“ bis Bogen E fortgeschritten sei, den sie zur Korrektur erwarte; die Schriftgröße des Drucks erscheine ihr als zu klein.Brief 867, 19–24 [Schließen] Hieraus ist zu schließen, dass Dorothea – allein oder zusammen mit F. Schlegel – das Korrekturlesen und die Überwachung des Drucks übernommen hatte

Seit Mitte Oktober 1800

Fortgesetzte Kränklichkeit Schleiermachers.Vgl. Brief 997, 176–197 [Schließen]

Nach Mitte Mai 1801

Schleiermacher schreibt F. Schlegel, er werde die „Charakteristiken und Kritiken“ der Brüder Schlegel für die Erlanger „Litteratur-Zeitung“ rezensieren.Vgl. Brief *1062 [Schließen]

15. August 1801

Im Intelligenzblatt der Erlanger „Litteratur-Zeitung“ erscheint eine Erklärung, in der sich der Herausgeber, G. E. A. Mehmel, gegen den Angriff auf die Zeitschrift wegen der Mitarbeit von „Fichte, Schelling, Schlegel, Tiek, Schleyermacher und Konsorten“ verwahrt.Diese Erklärung wurde Schleiermacher in Mehmels Brief 1083 vom 12. August angekündigt; vgl. dort den Sachapparat zu Zeilen 14–18. – Zu dem Angriff auf die „Litteratur-Zeitung" vgl. oben unter März. [Schließen]

Vor Oktober 1801

Auseinandersetzung Schleiermachers mit August Christian Wilhelm Grunow; dieser wollte sich verbitten, dass Schleiermacher seine Frau Eleonore in seiner Abwesenheit besuchte, was Schleiermacher zurückwies.Briefe *1106.1113, 18–21 [Schließen]

15. März 1802

Schleiermacher teilt seinem Patron, dem Armendirektorium, mit, dass er den Ruf auf die Stolper Hofpredigerstelle erhalten und angenommen habe.Vgl. Brief 1180 [Schließen]

Wohl zweite Märzhälfte 1802

F. Schlegel bittet seinen Bruder, ihm sechs Exemplare des „Alarcos“ zu kaufen und die Auslage von Schleiermacher erstatten zu lassen.Vgl. F. Schlegel: Briefe an seinen Bruder, S. 493 [Schließen]

15. April 1802

Schleiermacher bittet Carl Gustav von Brinckmann um die Vermittlung eines Kredits von 300-400 Reichstalern für zwei Jahre, um die mit dem Umzug nach Stolp verbundenen Kosten tragen zu können.Vgl. Brief 1212 [Schließen] In seiner Antwort bedauert Brinckmann, hierfür noch keine feste Zusage geben zu können. Er berichtet, dass Caroline Schlegel – die in Berlin zu Besuch ist – Schleiermacher außerordentlich zu schätzen scheine.Vgl. Brief 1213; es ist nicht bekannt, ob Schleiermacher mit Caroline Schlegel persönlich zusammengetroffen ist [Schließen]

15. Juni 1802

Schleiermacher berichtet, er sei noch immer dabei, sich in das Kirchenarchiv einzuarbeiten und seine Antrittsbesuche in der Gemeinde zu machen. Kontakt habe er nur zum Hause des Kirchenvorstehers, eines Kaufmanns. Zu Besuchen außerhalb der Gemeinde und zu eigenen Arbeiten sei er noch nicht gekommen.Vgl. Brief 1254, 11–23 [Schließen] Er äußert die Absicht, demnächst den Schriftsteller Johann Christian Ludwig Haken aufzusuchen, der als Pfarrer in Symbow bei Stolp lebt.Vgl. Brief 1254, Zeile 75–77 [Schließen]

15. August 1802

Predigt in Rügenwalde über 1. Korintherbrief 14, 33.Meding: Bibliographie, Nr. 559 [Schließen]

15. September 1802

In einem Brief an Ehrenfried von Willich legt Schleiermacher seine Grundsätze für die Katechisationen dar.Vgl. Brief 1342, 61–72 [Schließen] In einem Brief aus Paris versichert F. Schlegel, dass er an der Platon-Übersetzung weiter arbeite und sämtliche Dialoge noch einmal durchgelesen und die Einleitungen zum Parmenides und Phaidon bereits an Frommann geschickt habe.Vgl. Brief 1343, 13–20 [Schließen]

15. November 1802

Schleiermacher setzt die Arbeit an der „Kritik der Moral“ mit dem Studium von Fichtes „Sittenlehre“ fort.Vgl. Brief 1379, 2f [Schließen]

15. Juni 1803

Schleiermacher teilt Ehrenfried von Willich mit, dass er für dieses Jahr den Plan einer Reise nach Rügen aufgeben müsse. Zugleich klagt er über Brustschmerzen.Brief 1501, 2–26 [Schließen]

Vor Juli 1803

Schleiermacher äußert in einem Brief an den Grafen Alexander zu Dohna den Wunsch, in Königsberg eine mit einer Predigerstelle verbundene philosophische Professur zu erhalten, wobei er sich auf philologische Kollegien sowie praktische und antike Philosophie beschränken und die ersten Jahre nicht in die aktuellen Diskussionen über spekulative Fragen eingreifen werde.Vgl. Brief 1496, 27–43 [Schließen]

15. Februar 1804

Schleiermacher schickt Reimer die Übersetzung des „Protagoras“ mit den philologischen Anmerkungen.Vgl. Brief 1660 [Schließen]

15. März 1804

Schleiermacher bitten den König um Entlassung aus der Hofpredigerstelle zum Ende des Quartals, um die Würzburger Professur antreten zu können. Zugleich gibt er seiner Hoffnung Ausdruck, später einen angemessenen Wirkungskreis in Preußen zu erhalten.Vgl. Brief 1685 [Schließen]

15. April 1804

Schleiermacher nimmt das Abendmahl.Vgl. Brief 1727, 42–44 [Schließen]

15. Dezember 1804

In einem Brief an C. G. von Brinckmann schildert Schleiermacher das Verhältnis zu mehreren Hallenser Kollegen; mit Niemeyer habe er sich aufgrund von dessen Vorbehalten gegenüber seinen philosophischen und theologischen Positionen noch nicht richtig verständigen können; F.A. Wolf stoße ihn durch Härte und Einseitigkeit ab, und mit seinem (und Brinckmanns) ehemaligen Lehrer J. A. Eberhard, der vereinsamt zu sein scheine, könne er nur historisch philosophieren, da er Schleiermacher noch immer als einen Atheisten ansehe. Von allen Kollegen stehe ihm Henrich Steffens wissenschaftlich und menschlich am nächsten.Vgl. Brief 1880, 24–60 [Schließen]

Nach Mitte Juni 1805

Reise nach Leipzig.Vgl. Briefe 1980 und 1981 [Schließen]

15. März 1806

G. A. Reimer erbittet Manuskript für eine zweite Auflage der „Reden über die Religion“, da die erste fast ausverkauft sei; auch die zweite Auflage der ersten Predigtsammlung müsse in drei Monaten gedruckt sein.Vgl. Brief 2165, 41–53 [Schließen]

15. August 1806

Stubenrauch berichtet, dass er die von Schleiermacher für 250 Reichstaler gekauften Bücher aus seiner Privatbibliothek in 3 Kisten versandt habe;Vgl. Brief 2240 [Schließen] der Kaufpreis gilt als Darlehn, wobei die Zinsen an Stubenrauchs bzw. an ihre Enkeltochter fließen sollen.Vgl. Briefe 2195, 59–65, 2221, 27–32 und 2271, 22–30 [Schließen]

15. September 1806

Reise nach Potsdam zusammen mit seiner Halbschwester Nanny und Frau Loder, wo sie am 17. eintreffen und Reimers und Henriette Herz treffen wollen.Vgl. Briefe 2257, 6–10, 2260, 34–46 und 2265, 20–24; über den Aufenthalt selbst ist nichts bekannt [Schließen]

15. Juni 1807

Schleiermacher läßt sein Dienstmädchen („Christiane“) aus Halle nachkommen.Vgl. Brief *2493 [Schließen]

15. Juli 1807 bis 31. Juli 1807

Reise zu Alexander von der Marwitz nach Gut Friedersdorf.Vgl. Brief 2507, 69–72 [Schließen]

15. September 1808

Schleiermacher gibt dem Kronprinzen „Lektionen“.

15. Januar 1809

Schleiermacher predigt laut Tageskalender vormittags in der Domkirche (Röm 13,1–5) „Über das rechte Verhältnis des Christen zu seiner Obrigkeit.“KGA III/4, S. 3–15, Erstdruck 1809 bei Reimer, zur Rezeption vgl. auch KGA III/4, S. XVII f. [Schließen] Schleiermacher verschickte, wie aus dem Briefwechsel hervorgeht, die Predigt mehrfach, kommentierte und erhielt Rückmeldungen, so z.B. von seiner Braut am 5.3.1809: „Deine Predigt ist ganz herrlich nur werden sie aber keine Ungebildeten verstanden haben. Ich wüßte gar nicht lieber Ernst wie es einen Gegenstand geben könnte der mich nicht interessirte Du hattest also sehr Recht zu glauben daß ich mich hinein lesen würde“.Brief 3123, 57–61, KGA V/11. Zur Rezeption vgl. auch KGA III/4, S. XVII f. [Schließen] Auch sein Freund Henrich Steffens meldete am 11.4.1809: „Deine Rede habe ich erhalten, und wir haben sie mit vieler Freude gelesen. Es war mir sehr lieb über einen Gegenstand, den man immer, man kann es wohl sagen, umgieng – wenigstens nie den wahren innern Kern berührte, klare und bestimmte Worte zu vernehmen –“.Brief 3205, 42–45, KGA V/11. [Schließen]

Schleiermacher notiert im Tageskalender „viel Schmerzen“.

15. Oktober 1810

Beginn der Vorlesungen an der Berliner Universität.

15. Januar 1811

Johannes Karl Hartwig Schulze, ein Schüler Schleiermachers aus Halle, schickt ihm aus Weimar, wo er u.a. auch mit Goethe verkehrt, den von Schulze selbst herausgegebenen zweiten Band von Winckelmanns Geschichte der Kunst des Altertums .Vgl. Brief 3576, 28–29 [Schließen] In seiner Antwort vom 13. September gibt Schleiermacher zu verstehen, dass er den ersten Band (den Schulze ihm Ende 1809 zukommen ließ) zwar sehr genau gelesen habe, er mit dem zweiten aber nicht gut vorangekommen sei.Vgl. Brief 3680, 55–58, KGA V/12. Brief 3372, 19–23, KGA V/11 [Schließen] Schulze kündigt ihm daraufhin die Zusendung des dritten Bandes für nach Weihnachten an.Vgl. Brief 3702, 71–78, KGA V/12 [Schließen]

15. September 1811

Schleiermacher setzt seine Schlesienreise um 1 Uhr morgens fort und gelangt über Beeskow, Lieberose und Cottbus bis nach Spremberg.

15. November 1811

Schleiermacher hat im Rahmen seiner Tätigkeit in der Sektion für den öffentlichen Unterricht erst kürzlich das Ressort der Seminarangelegenheiten der Kurmark von Johann Wilhelm Süvern übernommen und kritisiert in dieser Funktion einen von Ludwig Natorp am 15. November eingereichten Entwurf für die Umstrukturierung des kurmärkischen Schullehrerseminars.Vgl. KGA II/12, XXXII–XXXIII [Schließen]

15. Juli 1812

Taufe bei von der Marwitz, Unter den Linden 4a.Vgl. KGA III/1, S. 847. [Schließen]

15. August 1813

Schleiermacher berichtet Karl Heinrich Sack brieflich von der Rückkehr seiner Frau und der Kinder: „Daß die Meinigen auch in Ihrer Nähe gewesen sind und daß sie sich durch eine wahrhaft heldenmüthige Reise quer durch die französische Armee wieder zu mir gerettet haben, das wissen Sie vielleicht durch die Briefe der Ihrigen.“Brief 3956, 50–53, KGA V/13. [Schließen] Auch äußert er sich in dem Brief darüber, die Redaktion des Preußischen Correspondenten wieder abgeben zu wollen: „Uebrigens ist mir freilich die Redaction des Correspondenten eine Last die ich gern sobald als möglich wieder von mir würfe; sie hindert mich an dem meisten von dem was ich mir diesen Sommer vorgenommen hatte aber die Sache lag so daß ich es gar nicht gut umhin konnte ohne unsern Reimer in die größte Verlegenheit zu sezen.“Brief 3956, 67–71, KGA V/13. [Schließen]

15. Dezember 1814

Wilhelm Christian Müller berichtet brieflich aus Bremen von seiner Reise in die Hansestädte Hamburg, Kiel und Lübeck: „Seit 5 Jahren sammle ich alles zur geognöstischen, physischen geographischen historischen ästhetischen politischen Beschreibung der 3 Hansestädte – zur Belehrung für Reisende und zur näheren Vaterlandskunde unserer Jugend – zumal die Hansestädte als Ein Staat angesehn werden können. Nun hat sich in den letzten Jahren in denselben so viel besonders zugetragen sich so viel verändert, daß man an Ort und Stelle sehen und hören muß um nichts falsches zu berichten.“Brief 4101, 20–27, KGA V/13. [Schließen]

Zitierhinweis

Chronologie zu Leben und Werk Schleiermachers von 1768 bis 1814. In: schleiermacher digital / Chronologie, hg. v. den Schleiermacher-Forschungsprojekten. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/chronologie (Stand: 26.7.2022)

Chronologie

Die Chronologie erschließt und kommentiert das Leben und Werk Schleiermachers und ist derzeit für die Jahre 1768 bis 1814 verfügbar. Neben den nach Datum sortierten Chronologien einzelner Jahre können kurze Jahresüberblicke über die obere Menüleiste aufgerufen werden. Die Jahrgänge 1768–1795 und 1796–1807 sind als zusammenhängende Überblicke gegeben, ab dem Jahr 1808 bis zum Jahr 1811 existiert für jedes Jahr ein separater Jahresüberblick.


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