Halle den 28 Merz. 1810

  Reichardt bringt dir diesen Brief.  Seine Reise ist plözlich beschlossen. Ein Baurath aus Cassel dem er dort Gefælligkeiten erzeigt hat nimmt ihn mit. Ich kann es nicht verhindern. Es ist ein Geschick. Es kömmt nun darauf an sein Aufenthalt so schadlos wie möglich zu machen. Ich habe ihm beschworen meine Sache ganz zu ignoriren. Er hatte Lust davon zu sprechen. Sieh du nur zu ob du ihm fester darin machst. Die Schrift für Karsten ist hier mit.  Ich bitte dir sie hin zu besorgen. Ein Exemplar für Humboldt geht næchsten Freitag ab.   Ich gestehe, dass mir die næchste Zeit etwas unruhig macht – Sollte aber Reichardts Aufenthalt mir schædlich werden, so ist die Sache doch wenigstens bald ausgemacht – Höchst grausam wære es von mir, wenn ich etwas äusserte – Es ist eine persönliche Sache und die muss mich læhmen – Wird ihm nur selbst sein Aufenthalt in Berlin nicht gereuen. Grüss deine Frau , und schreib mir bald möglichst.

dein HSteffens

Zitierhinweis

3411: Von Henrich Steffens. Halle, Mittwoch, 28. 3. 1810, erarbeitet von Simon Gerber und Sarah Schmidt. In: schleiermacher digital / Briefe, hg. v. Simon Gerber und Sarah Schmidt. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/v/fsb_0003411 [Druck: KGA V/10, Berlin 2015]