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Jena. 1808. 15./VIII.

 Es handelt sich um Schleiermachers „Über den sogenannten ersten Brief des Paulos an den Timotheos. Ein kritisches Sendschreiben.“ (1807, KGA I/5, S. 153-242); Loefflers Rezension erschien im „Magazin für Prediger“, IV. Bd., I. Stück (1808), S. 49-68.
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Vieleicht mein Hochgeschäztester Freund ists Ihnen nicht unangenehm wenn ich Ihnen in beyfolgenden AushängeBogen eine Anzeige Loefflers von Ihrem kritischen Sendschreiben mittheile, eher dies Stück das Magazin für Prediger ins große Publikum kömmt.
Vieleicht veranlaßt Sie dies sogar künftig einige Beyträge zu diesem sehr verbreiteten Journal besonders für die erste oder auch 3.4.te Abtheilung mitzutheilen; auf jeden Fall nehmen Sie es freundlich auf als eine kleine Erinnerung an mich, der ich oft Ihrer mit inniger Achtung und Liebe dencke.

 Der Stich von Lips erschien als Titelkupfer im „Magazin für Prediger“, VI. Bd., 1. St. (1811) und hatte eine Zeichnung zur Grundlage, die Schleiermacher von einem jungen Maler für seine Braut hat anfertigen lassen (vgl. Brief), vgl. Johannes Bauer: „Schleiermacherbildnisse“ (1928), S. 87f.
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Und nun noch eine Anfrage und Bitte: Loeffler und ich wünschten Ihr Bildnis diesem Bande des Magazins vorzusezzen – (jeder Band erhält eines beym ersten Stück, diesmahl aber soll es beym nächstzudruckenden 2ten folgen) ich frage daher bey Ihnen an ob Sie mir | 11v eine ähnliche Zeichnung oder noch beßer Gemählde für den Kupferstecher bald oder doch binnen 6–8. Wochen mittheilen wollten und könnten. Da ich es sehr wünsche, so hoffe ich es auch. Sollten Sie etwann fragen ob es nicht dort von einem guten Künstler gestochen werden könnte, so will ich keinem zu nahe werden, bin aber doch genöthigt es von Lips stechen zu laßen, da dieser einmahl die ganze Suite geliefert, und ich in jeder Hinsicht Ursach habe mit ihm zufrieden zu seyn. Ist es ein Gemählde so wird unser Freund Reimer gern die Besorgung an mich übernehmen, und ich stehe Ihnen für die gute Erhaltung deßelben.

Aus den Zeitungen sehe ich daß Sie die Predigerstelle an der DreyfaltigkeitsKirche angenommen, finde dies zwar für den Augenblick sehr natürlich, hoffe aber doch daß Sie Sich dadurch für die Folge nicht dem Katheder entziehen wollen. Grade izt dürfen die Universitaeten Männer wie Sie nicht verliehren. | 12

Haben Sie Muße und Lust außer einigen Nachrichten über Sich Selbst, mich mit andern über Berlin zu erfreuen so werden Sie mich sehr verbinden!

Wir sind wohl auch Madame Loder, die mit ihren Kindern, zu unsrer großen Freude, mit uns fast eine Familie macht. Sie, wie meine Frau empfehlen sich mit Ihrem freundschaftlichen Andenken.

Mit inniger Achtung

Ganz der Ihrige

Fr Frommann

Zitierhinweis

2786: Von Karl Friedrich Ernst Frommann. Jena, Montag, 15. 8. 1808 . In: schleiermacher digital / Briefe, hg. v. Simon Gerber und Sarah Schmidt. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://schleiermacher-digital.de/ediarum_pzwei/rest/db/projects/schleiermacher/web/briefe/detail.xql?id=S0006615&view=l [Druck: KGA V/10, Berlin 2015]

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